EU-Satellit "Goce" verglüht in der Atmosphäre

"Goce" : EU-Satellit verglüht in der Atmosphäre

Auf seiner vierjährigen erfolgreichen Mission lieferte der Satellit neue Bildervon der Erde.

Der Satellit "Goce" ist gestern nach vierjähriger Mission in der Atmosphäre verglüht. Er sei um 1.23 Uhr MEZ über dem südlichen Atlantik südlich der Falklandinseln zerborsten, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa im italienischen Frascati mit.

Der fünf Meter lange, 1,1 Tonnen schwere Satellit zerbrach in mehrere Teile. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa ein Viertel der Masse die Erdoberfläche erreichte.

"Goce" hatte ein neues Bild der Erde gezeichnet. Mit hunderten Millionen Messungen des Gravitationsfeldes der Erde lieferte er ein zentimetergenaues Höhenprofil. Unter anderem können damit Höhenangaben von Bergen vereinheitlicht und Probleme bei Bauvorhaben besser gelöst werden.

Die Daten zeigen den Anstieg des Meeresspiegels, die Eisdynamik und Ozeanströmungen, die für Klimamodelle wichtig sind. "Goce" registrierte etwa auch für das menschliche Ohr unhörbare Infraschallwellen, die das schwere Erdbeben im März 2011 in Japan ausgelöst hatte.

Der Satellit war für die Messungen in einer sehr niedrigen Umlaufbahn unter 260 Kilometern Höhe unterwegs. Damit er sich möglichst lange in dem niedrigen Orbit halten konnte, hatte er eine pfeilartige Form — und wurde deshalb auch "Ferrari des Alls" genannt. Er lieferte hier auch neue Erkenntnisse über Luftdichte und Windgeschwindigkeiten in der oberen Atmosphäre.

In immer gleicher Höhe über der Erde ermittelte der Satellit die unterschiedliche Erdanziehung mit feinen Beschleunigungsmessern.

Das Ergebnis: Die Erde ist nur annähernd eine Kugel. In zehntausendfacher Übersteigerung sieht sie aus wie eine Kartoffel. Die unterschiedliche Stärke des Schwerefeldes bewirkt auf den Ozeanen Wölbungen und Eindellungen.

(DPA)