Außer Kontrolle geratene russische Planetensonde: ESA empfängt Daten von Phobos-Grunt

Außer Kontrolle geratene russische Planetensonde : ESA empfängt Daten von Phobos-Grunt

Der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA ist es gelungen, in der Nacht zu Donnerstag telemetrische Daten von der außer Kontrolle geratenen russischen Planetensonde Phobos-Grunt zu empfangen.

Diese Daten würden jetzt von der Herstellerfirma NPO "Lawotschkin" ausgewertet, sagte der ständige ESA-Vertreter in Moskau, René Pischel. Erst danach wisse man, welche weiteren Schritte zu unternehmen seien.

Die Daten wurden von der ESA-Bahnverfolgungsstation im australischen Perth empfangen, die bereits in der Nacht zum Mittwoch einen ersten Kontakt zu dem Havaristen hergestellt hatte. Die Verbindung habe sechs Minuten gedauert, betonte Pischel. Obwohl die Qualität des Signals gut gewesen sei, sei es dennoch möglich, dass man nur wenige Informationen erhalten habe.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax stammen die Informationen vom Flugmodul der Sonde. Das bedeute, dass es intakt sei und seine Batterien ausreichend mit Sonnenenergie versorgt würden, zitiert die Agentur einen Experten.

Beim nächsten ESA-Kontakt solle versucht werden, mithilfe eines Kommandos telemetrische Informationen vom zentralen Steuerkomplex des Apparats abzurufen. Die Experten erhoffen sich davon Aufschluss über den Fehler, der dazu geführt hat, dass die Sonde zwei Wochen keine Informationen mehr gesendet hat.

Die 13,5 Tonnen schwere und 120 Millionen Euro teure automatische Station war am 9. November auf eine Erdumlaufbahn gebracht worden.

Von dort sollte sie zum Mars-Mond Phobos fliegen, Bodenproben nehmen und diese im August 2014 zur Erde bringen. Wegen eines Fehlers hatten aber die Marschtriebwerke für den Weiterflug zum Mars nicht gezündet.

(DAPD)
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