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Shuttle "Discovery": Einen Tag länger im All renovieren

Shuttle "Discovery" : Einen Tag länger im All renovieren

Houston (rpo). Die US-Raumfähre Discovery fliegt etwas später als geplant zurück. Die Shuttle-Besatzung hängt noch einen Tag im All dran, denn es gibt noch einiges auszubessern an der Internationalen Raumstation ISS. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Die Astronauten werden also erst am 8. August wieder Erde unter den Füßen haben.

Wenige Stunden vor der Ankündigung hatte die Crew ihren ersten Weltraum-Spaziergang beendet. Bei den Außenarbeiten waren unter anderem neue Techniken zur Reparatur des Wärmeschutzschilds getestet worden. Beim Start der Discovery am Dienstag waren mehrere Stücke der Isolierung vom Tank abgebrochen, die das Space Shuttle möglicherweise schwer beschädigt haben.

Der Vize-Chef des NASA-Shuttle-Programms, Wayne Hale sagte, die NASA habe bislang anhand von Videos und Fotoaufnahmen etwa 90 Prozent der Oberfläche der Discovery abgesucht. Dabei seien keine größeren Schäden festgestellt worden. Die Experten müssten sich jedoch noch Teile der Flügelflächen und der Nase ansehen. Deshalb werde erst am Montag feststehen, ob die Raumfähre für dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre standhalten könne. Ursprünglich hatte das Ergebnis der Untersuchungen am Sonntag verkündet werden sollen.

Die Discovery soll nun einen Tag länger an der ISS angedockt bleiben. Die Crew soll die zusätzliche Zeit unter anderem dazu nutzen, die Raumstation von den rund elf Tonnen Abfall und alter Ausrüstung zu befreien, der sich dort in den vergangenen drei Jahren angesammelt haben. Der Müll soll an Bord des Transport-Moduls Rafaello weggeschafft werden.

Bei ihrem ersten Weltraumspaziergang suchten der Japaner Soichi Noguchi und sein US-Kollege Steve Robinson am Samstag die Discovery auf Schäden ab. Sie sollten unter anderem prüfen, ob die Flügel der Raumfähre beschädigt wurden, als beim Start Isolierschaum-Teile vom Tank abgebrochen waren. Bei den fast siebenstündigen Außenarbeiteten testeten sie zudem eine neue Reparaturmethode der NASA. Dazu dichteten sie vorsätzlich zerstörte Hitzekacheln an der Außenseite mit Dämm-Material ab. Insgesamt waren drei Weltraumspaziergänge geplant.

Beim Start der Discovery waren mehrere Stücke der Isolierung vom Tank abgebrochen. Das größte Stück, das an der breitesten Stelle einen Durchmesser von etwa 84 Zentimeter hatte, segelte nach bisherigen Erkenntnissen am Raumgleiter vorbei. Der Brocken, der womöglich den Flügel traf, war zwar kleiner, nach den neuen NASA-Standards aber zu groß.

NASA-Chef Michael Griffin zeigte sich am Freitag (Ortszeit) dennoch optimistisch. Das Aussetzen der Flüge werde "nicht von langer Dauer" sein, sagte er. Seine Behörde habe ein Ad-hoc-Team aus Spezialisten gebildet, das das Problem abplatzender Stücke der Isolierung lösen solle. Es sei "ein Fehler" gewesen, dass bei der Vorbereitung des jüngsten Fluges nicht ausreichend auf den Teil des Tanks geachtet worden sei, von dem mindestens ein Isolierstück abbrach, sagte Griffin weiter. Dafür übernehme er die "volle Verantwortung".

Im Februar 2003 war die US-Raumfähre Columbia wegen eines Defekts am Schutzschild beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht war. Damals kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben. Der Flug der Discovery ist der erste Flug eines Space Shuttles seither. Die NASA hatte in den zweieinhalb Jahren seit dem Unglück daran gearbeitet, ähnliche Schäden beim Start der Raumfähren zu vermeiden. Weil dies nicht gelang, wurden nach dem Start der Discovery zunächst alle weiteren Missionsn mit Space Shuttles ausgesetzt.

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(afp)