Neues aus dem Weltraum: Ein staubiges Geheimnis wird gelüftet

Neues aus dem Weltraum : Ein staubiges Geheimnis wird gelüftet

Der Ursprung kosmischen Staubs in Galaxien ist immer noch ein Rätsel. Astronomen wissen zwar, dass explodierende Sonnen die Hauptquelle von Staub sein können. Aber es ist immer noch unklar, wie die Staubkörner in der rauen Umgebung einer Galaxie ihre Zerstörung umgehen. Nun jedoch lüften Beobachtungen zum ersten Mal den Schleier.

Ein internationales Wissenschaftlerteam beobachtete die Supernova mit dem Namen SN2010jl neun Mal in den Monaten nach der Explosion und ein zehntes Mal 2,5 Jahre nach der Explosion. Diese ungewöhnlich helle Supernova, die Folge des Todes eines massereichen Sterns, explodierte in der kleinen Galaxie UGC 5189A.

Die Gruppe stellte fest, dass die Staubbildung kurz nach der Explosion beginnt und sich über einen langen Zeitraum fortsetzt. Die neuen Messungen zeigten auch, wie groß die Staubkörner sind und woraus sie bestehen.

Die Astronomen fanden heraus, dass sich Staubkörner, die größer als ein tausendstel Millimeter im Durchmesser sind, schnell im dichten Material um den Stern bilden. Obwohl sie damit für menschliche Verhältnisse immer noch winzig sind, sind sie für kosmische Staubteilchen überraschend groß.

Foto: Eso

Eine der größten offenen Fragen war, wie die Staubkörner die brutale und zerstörerische Umgebung in den Überresten von Supernovae überstehen konnten. Die neuen Ergebnisse haben diese Frage jetzt beantwortet - die Körner sind größer als erwartet.

Die Astronomen glauben zu wissen, wo sich der Staub gebildet haben muss, nämlich im Material, das der Stern in die Umgebung abgestoßen hatte, noch bevor er explodierte. Als die Schockwelle der Supernova expandierte, schuf sie eine kühle und dichte Hülle aus Gas. Genau die Art von Umgebung, in der Staubkörner kondensieren und wachsen könnten.

Die Ergebnisse der Beobachtung deuten darauf hin, dass in einem zweiten Schritt, nach einigen hundert Tagen, ein beschleunigter Prozess der Staubbildung stattfindet, an dem Material, das von der Supernova abgegeben wird, beteiligt ist. Wenn die Staubproduktion in SN2010jl weiterhin dem beobachteten Trend folgt, wird die gesamte Staubmasse 25 Jahre nach der Supernova ungefähr der halben Masse der Sonne entsprechen.

(csr)
Mehr von RP ONLINE