1. Panorama
  2. Wissen
  3. Weltraum

Schlechtes Wetter: Discovery-Landung auf Dienstag verschoben

Schlechtes Wetter : Discovery-Landung auf Dienstag verschoben

Houston (rpo). Wegen eines wolkenverhangenen Himmels über Cape Canaveral hat die US-Raumfahrtbehörde NASA die Landung des Space-Shuttles "Discovery" auf den Dienstag verschoben. "Wir können uns einfach nicht mit der Stabilität der Lage für diese besondere Gelegenheit abfinden", funkte das Kontrollzentrum in Houston am Montag an "Discovery"-Kommandantin Eileen Collins. "Wir werden euch deshalb offiziell um 24 Stunden verschieben."

Wegen dichter Wolken über Cape Canaveral verschob die NASA die Rückkehr der Raumfähre um einen Tag. Die Verzögerung lässt die Nervosität bei der US-Raumfahrtbehörde weiter wachsen: Die Discovery ist der erste Space Shuttle seit dem Columbia-Unglück vom 1. Februar 2003, der aus dem All zurückkehrt. Die Columbia war wegen eines Schadens im Hitzeschilds beim Landeanflug auseinander gebrochen, alle sieben Astronauten an Bord kamen ums Leben.

Die NASA hat noch maximal Zeit bis Mittwoch, um die Discovery zur Erde zurückkehren zu lassen. Dann gehen in dem Orbiter der Sauerstoff, die Nahrungsmittel und das Wasser aus. Die Option, den Raumgleiter erneut an der Internationalen Raumstation ISS andocken zu lassen, um einen späteren Zeitpunkt für die Landung abzuwarten, besteht nicht. Dies ist technisch nicht möglich.

Für Dienstag bestehen Landeoptionen im Kennedy Space Center in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) um 11.08 Uhr MESZ und 12.43 Uhr MESZ. Wenn dort das Wetter weiterhin im Weg ist, kann die Landung entweder zur Luftwaffenbasis Edwards in Südkalifornien oder zum Weltraumhafen in White Sands im Bundesstaat New Mexico verlegt werden. An beiden Alternativlandeplätzen sind am Dienstag ebenfalls je zwei Landezeiten möglich. Edwards ist in der Vergangenheit schon häufig für die Landung der Shuttles genutzt worden, White Sands dagegen erst einmal: 1982 landete dort die Columbia, weil sowohl in Cape Canaveral als auch in Edwards ungünstiges Wetter herrschte.

Die NASA würde eine Landung der Discovery in Cape Canaveral stark vorziehen, weil der Transport des Shuttle von den anderen Landeplätzen zurück zum Kennedy Space Center Millionensummen kosten würde. Außerdem ginge dadurch eine Woche an Vorbereitungszeit verloren, um die Discovery wieder startklar zu machen. Denn trotz der bei der Discovery-Mission aufgetretenen Probleme mit der Schaumstoffisolierung am Außentank hat die NASA den Plan nicht aufgegeben, möglicherweise bereits am 22. September als nächsten Shuttle die Atlantis starten zu lassen - zu diesem Zeitpunkt müsste aber auch die Discovery wieder startklar sein. Sie ist als "Rettungs-Shuttle" eingeplant, falls schwere Probleme an der Atlantis auftreten und deren Crew von der ISS abgeholt werden müsste.

(ap)