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"Wir haben Kontakt": Discovery dockt erfolgreich an Raumstation ISS an

"Wir haben Kontakt" : Discovery dockt erfolgreich an Raumstation ISS an

Houston (rpo). Es ist geschafft: Zwei Tage nach dem Start hat die US-Raumfähre "Discovery" erfolgreich an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Wie geplant um 13.18 Uhr MESZ vollführte die "Discovery"-Crew am Donnerstag das Manöver.

Dennoch steht die Zukunft des gesamten Shuttle-Programms in den Sternen. Die NASA hatte zuvor auf einer Pressekonferenz in Houston bekannt gegeben, dass sie aus Sicherheitsgründen vorläufig keine Raumfähren mehr starten lässt. Wann wieder ein Shuttle zur ISS fliegt, ist also völlig offen. Die "Discovery" brachte aber noch einmal 15 Tonnen dringend benötigten Nachschubs, darunter auch ein Gyroskop zur Steuerung der Station.

Vor dem Andocken vollführte Shuttle-Kommandantin Eileen Collins ein Manöver, bei dem sich die Raumfähre nur rund 180 Meter von der ISS entfernt einmal um ihre Achse drehte, damit die Besatzung der Raumstation mit ihren Kameras die Unterseite der "Discovery" auf Schäden absuchen konnte.

Das Manöver war schon geplant gewesen, noch bevor die NASA am Mittwoch die vorläufige Einstellung aller Raumfährenstarts bekannt gegeben hatte. Grund dafür sind anhaltende Probleme mit der Isolierung der externen Treibstofftanks. Wie schon beim Start der später verglühten Raumfähre "Columbia" vor zweieinhalb Jahren löste sich auch bei der "Discovery" am Dienstag wieder ein Stück der Isolierung. Es trieb aber von der Raumfähre weg und traf sie offenbar nicht.

"Am Anfang eines Lernprozesses"

Die NASA gestand die Probleme unumwunden ein. "Bis wir fertig sind, werden wir nicht mehr starten", sagte der Direktor des Shuttle-Programms, Bill Parsons. "Ich weiß nicht, wann das sein wird. Wir stehen erst am Anfang des Lernprozesses." NASA-Chef Michael Griffin hob hervor, dass der Flug der "Discovery" nur ein Test sei. "Zu den Dingen, die wir testen, gehören die Festigkeit der Schaumisolierung und die Überwachung durch die neuen Kameras, um Probleme zu entdecken", erklärte Griffin. "Die Kameras haben gut gearbeitet, die Isolierung nicht."

Die Entscheidung zur Einstellung der Shuttle-Flüge ist umso härter, als am Dienstag zuerst alles nach einem Bilderbuchstart aussah. Dass der Schaum herausgebrochen war, stellte sich erst bei der genauen Auswertung der Kamera-Aufzeichnungen vom Start heraus. Die Enttäuschung ist bei der NASA auch deshalb so groß, weil die Neuentwicklung der Tanks und ihrer Isolierung im Mittelpunkt des eine Milliarde Dollar teuren Überprüfungsprogramms nach der "Columbia"-Katastrophe stand.

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Es war aber nicht das einzige Problem beim "Discovery"-Start. Unter anderem wurde auch in der Nähe der Klappe für das Bugfahrwerk eine Hitzeschutzkachel beschädigt. Diese wird in nächster Zeit noch genauer von der Besatzung der "Discovery" untersucht werden.

Versorgungsprobleme bei der ISS

Die Probleme werden sicher auch die weitere Debatte über die US-Raumfahrtpläne beeinflussen. Präsident George W. Bush hat hochfliegende Pläne verkündet, nach denen die USA bis 2020 wieder zum Mond und danach auch bis zum Mars fliegen wollen. Wie sich die Stimmung in der Öffentlichkeit jetzt verändert, ist noch nicht absehbar. Probleme wird es aber sicher bei der Versorgung der ISS geben, die nach der vorläufigen Absage der Shuttle-Starts weiter auf die viel kleineren sowjetischen Raumkapseln angewiesen sein wird. Die "Discovery" soll am 7. August zur Erde zurückkehren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Discovery startet ins All

(afp)