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Versuchsbox verloren: Außeneinsatz mit Problemen an der ISS

Versuchsbox verloren : Außeneinsatz mit Problemen an der ISS

Eine Versuchsbox schwebt jetzt im Universum - allerdings aus Versehen. Denn sie ist einem Kosmonauten bei Arbeiten an der Raumstation ISS aus der Hand gerutscht.

All-Einsatz mit Problemen: An der Internationalen Raumstation ISS haben zwei russische Kosmonauten neue Messgeräte angebracht und Experimente abgebaut. Bei den sechseinhalbstündigen Arbeiten unterlief jedoch ein kleines Missgeschick. Raumfahrer Pawel Winogradow entglitt aus seinen klobigen Handschuhen einer von zwei Behältern mit Metallproben. Die Versuchsbox, die im vergangenen Jahr angebracht worden war und nun zur Analyse zurück zur Erde gebracht werden sollte, sei unwiederbringlich davongeschwebt, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit.

Zudem hatten Winogradow und sein Kollege Roman Romanenko Probleme bei der Montage eines anderen Versuchs, so dass der insgesamt 167.
"Weltraumspaziergang" an der ISS eine halbe Stunde länger dauerte als geplant. Bei der Installation einer Sonde gelang es erst im zweiten Versuch, das Datenkabel mit Hilfe einer Kneifzange in die Buchse zu stecken. Direkt im Anschluss verordnete die Flugleitzentrale bei Moskau den Kosmonauten eine zehnminütige Pause, um sich von der anstrengenden Arbeit auszuruhen.

Die Männer brachten am Freitagabend unter anderem Reflektoren für den europäischen ATV-Transporter "Albert Einstein" an, der im Juni an der ISS andocken soll. Sie befestigten auch ein Messgerät für Plasmawellen und für den Einfluss von Weltraumwetter. Dazu montierten Winogradow und Romanenko zwei Sensorsonden, mit denen die Temperatur im Weltraum bestimmt werden soll. Um 22.41 Uhr - nach sechs Stunden und 38 Minuten - kehrten die Kosmonauten in die Raumstation zurück.

Während Romanenko erstmals ins All stieg, war es für Winogradow bereits der siebte "Weltraumspaziergang". Er ist zudem mit 59 Jahren nun der älteste Raumfahrer im Außeneinsatz. Russische Kosmonauten planen bis Jahresende noch fünf weitere Ausstiege. Auf dem Außenposten der Menschheit in etwa 400 Kilometern Höhe arbeiten derzeit zudem Chris Hadfield (Kanada), Alexander Missurkin (Russland)
sowie Thomas Marshburn und Chris Cassidy (beide USA).

Russische und US-amerikanische Forscher arbeiten derzeit an neuen Handschuhen für Raumfahrer. Die Außenhaut der ISS sei wegen kleinerer Einschläge mittlerweile so scharfkantig, dass die bisherigen Anzüge keinen völligen Schutz garantierten, teilte die russische Weltraumbehörde Roskosmos mit.

Ein unbemannter russischer Raumtransporter mit Müll von der ISS an Bord sollte am Sonntagabend gezielt im Pazifik versenkt werden. Der Großteil des Frachters vom Typ Progress würde bereits beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen, hieß es.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Commander Hadfield zeigt Deutschland aus dem All

(dpa/sap)