Computerpanne während Arbeiten im All: Außenbord-Einsatz der "Endeavour"-Besatzung erfolgreich

Computerpanne während Arbeiten im All : Außenbord-Einsatz der "Endeavour"-Besatzung erfolgreich

Cape Canaveral (RPO). Die Mission der US-Raumfähre "Endeavour" wurde von der Sorge über einen möglichen Schaden am Hitzeschild überschattet. Bei einem erfolgreichen Außenbord-Einsatz installierten die Astronauten Rick Mastracchioi und Dave Williams am Wochenende ein zwei Tonnen schweres Verbindungsteil an der Internationalen Raumstation. Während der sechsstündigen Arbeiten fiel der wichtigste Kontroll-Computer an Bord der ISS aus.

Das Backup-System sei sofort angesprungen, teilte das Kontrollzentrum der NASA in Cape Canaveral am Samstag mit. Der Arbeitseinsatz der Astronauten sei durch den Ausfall nicht beeinträchtigt worden. Die Ursache der Panne war zunächst nicht bekannt.

An der Unterseite der "Endeavour" wurde ein fast 50 Quadratzentimeter großer Defekt entdeckt, wie NASA-Projektleiter John Shannon nach der Auswertung von Fotos mitteilte, die die Besatzung der ISS kurz vor dem Andocken am Freitag gemacht hatte. Der Hitzeschild des Shuttles ist an dieser Stelle nur 2,5 Zentimeter dick. Die Furche sei vom Aufprall eines Schaumstoffstücks verursacht worden, teilte die Raumfahrtbehörde am Samstag mit. Zuvor hatte auch ein Brocken Eis als mögliche Ursache gegolten, was wesentlich gefährlicher gewesen wäre.

Die Besatzung wollte das Ausmaß des Schadens am Sonntag mit Hilfe von Lasern untersuchen. Sollte die Beschädigung schwerwiegender sein, muss sie Shannon zufolge möglicherweise während eines zusätzlichen Außenbord-Einsatzes behoben werden. Die Astronauten haben dafür ein Reparaturset mit an Bord. Das beschädigte Stück erhitzt sich beim Rückflug der "Endeavour" zur Erde auf bis zu 1.260 Grad Celsius.

Während des auf elf Tage angelegten Aufenthalts des Shuttles im All sind bislang zwei weitere Außenbord-Einsätze geplant. Dabei soll unter anderem ein beschädigtes Gyroskop ausgetauscht werden, das die ISS auf Kurs hält. Weil die "Endeavour" an einer Art Steckdose der Raumstation hängt und von ihr Strom bezieht, könnte sie auch noch länger im Weltraum bleiben. In diesem Fall soll auch ein vierter Außenbord-Einsatz eingeplant werden. Sollte etwas schief gehen, könnte die Raumfähre auch etwa zwei Monate im All bleiben, wie Shannon mitteilte. Ab Oktober könnte ihr dann ein zweites Shuttle zu Hilfe kommen.

Die "Endeavour" hatte am Freitag planmäßig an die ISS angedockt. Die Begutachtung des Shuttles auf mögliche Schäden zählt seit der "Columbia"-Katastrophe zu den Routineaufgaben nach dem Start. Die "Columbia" war im Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander gebrochen, weil ihr Hitzeschild beim Start durch ein Schaumstoffstück beschädigt worden war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Endeavour" legt Traumstart hin

(ap)
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