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Aufbruch ins All: Russland und China wollen Mondbasis bauen

Kooperation verkündet : Russland und China wollen Mondbasis bauen

Der Weg der Menschheit ins All bekommt bald einen neuen Anstoß: Denn Russland und China wollen sich nach russischen Angaben für den Bau einer Mondstation zusammentun.

Beide Staaten hätten dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Dienstag mit.

Die Station solle ein "Komplex von Einrichtungen für experimentelle Forschung auf der Oberfläche und/oder Umlaufbahn des Mondes" sein und "allen interessierten Staaten und internationalen Partnern" offenstehen.

Zum Zeitpunkt für die Eröffnung der Station und deren Kosten wurden keine Angaben gemacht. Die Vereinbarung wurde den Angaben zufolge von Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin und Zhang Keijan von der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA unterzeichnet. Mit der Vereinbarung versucht Russland offenbar, in der Raumfahrt wieder zu den USA und China aufzuschließen.

Außerdem plant ein internationales Forschungsteam unter der Führung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) mit einem Roboter Lavahöhlen auf dem Mond zu erkunden. Das Konzept sei für die Europäische Weltraumorganisation (Esa) derart vielversprechend, dass es jetzt eine Machbarkeitsstudie gebe, teilte die Hochschule am Dienstag in Würzburg ist. Partner bei dem Vorhaben seien die Jacobs University Bremen, die Universität Padua, das Astronomische Observatorium Padua und die italienische Firma Vigea.

Die Mondoberfläche ist laut Mitteilung von Millionen von Kratern bedeckt. Einige Bilder deuteten jedoch darauf hin, dass es auf dem Mond ausgedehnte Lavatunnel gebe, die sich vermutlich vor Milliarden von Jahren gebildet hätten. Damals sei der Mond noch geologisch aktiv gewesen. Diese Mondhöhlen könnten künftig von entscheidender Bedeutung sein, heißt es. Denn sie könnten nicht nur menschlichen Besuchern Schutz bieten, Astronauten vor Strahlung und Mikrometeoriten abschirmen, sondern auch Zugang zu Wasser und anderen unterirdischen Ressourcen bieten.

Das JMU-Konzept mit einem sphärischen Roboter, der mittels künstlicher Intelligenz Daten sammle, sei bereits als eine von insgesamt fünf Ideen von der Esa in einer Studie evaluiert worden, heißt es. Das Konzept habe überzeugt, so dass die JMU und ihre Partner für eine Folgestudie ausgewählt worden seien. In der jetzt gestarteten Studie werde das Konzept auf Machbarkeit in den Esa-Laboren überprüft, um dann einen Roboter-Prototypen zu entwickeln.

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Das Würzburger Forscherteam beschäftigt sich laut eigenen Angaben schon länger mit der Kartierung planetarer Umgebungen. Dorit Borrmann, Expertin für Robotik und Telematik, habe bereits im Rahmen eines Weltraumtrainings auf Lanzarote Technologien zum 3D-Kartieren von Höhlen weiterentwickelt. 2017 habe dann der Astronaut Matthias Maurer mit Würzburger Technik im Rahmen eines Projekts ein detailliertes 3D-Modell der "La Corona"-Lavaröhre unter Verwendung von Laser- und Kamerabildern erstellt.

Bislang sind nur den Vereinigten Staaten bemannte Mondlandungen geglückt. Die Sowjetunion schickte allerdings mehrere unbemannte Sonden auf den Erdtrabanten. China gelang 2013 seine erste Mondmission, 2018 brachte die Volksrepublik einen Rover auf die erdabgewandte Seite des Mondes. Im April 2019 kündigte die chinesische Raumfahrtbehörde an, im Laufe der kommenden zehn Jahre eine Mondstation am Südpol des Mondes zu errichten.

Schon dieses Jahr gelang der Volksrepublik eine Mars-Mission. Dazu hat das Land Milliardensummen in sein Raumfahrtprogramm gesteckt.

Russland ist mit den USA und anderen Ländern an der Internationalen Raumstation ISS beteiligt. Die dortige Kooperation von Nasa und Roskosmos könnte aber bereits in wenigen Jahren enden.

(felt/AFP/dpa)