Tierisch komisch?: Was das Lachen der Tiere bedeutet

Tierisch komisch? : Was das Lachen der Tiere bedeutet

Lachen ist im Tierreich weit verbreitet. Aber häufig lachen die Tiere gar nicht, sondern wir Menschen sind gern bereit, bestimmte Laute als Ausdruck der Freude zu interpretieren. Doch manchmal hören wir auch nicht genau hin: Das Lachen von Hund und Affe bleibt uns oft verborgen.

Für Aristoteles stand fest: "Von allen Lebewesen lacht allein der Mensch." Das ist falsch: Lachen kann durchaus tierisch sein.

Aber viele Tiere, deren Kommunikationsmuster wir gern als Lachen bezeichnen, können gar nicht lachen. Wie etwa Lachmöwen, die sich in der Gruppe zu einem "Massengelächter" hochschaukeln. Doch sie tun dies nicht aus Freude, sondern damit andere Lebewesen Angst vor ihrer Übermacht bekommen.

Auch das Schnattern der Delphine interpretieren wir als Lachen, weil sie dem Betrachter zusätzlich noch ein Dauergrinsen zeigen. Tatsächlich aber können Delfine oberhalb des Wassers aufgrund ihrer spezifischen Stimmbildung gar nicht anders als schnattern, und sie können auch nicht anders als grinsen, weil ihnen die Muskeln zu einer ausgefeilten Mimik fehlen.

Das Lachen der Affen

Dass Menschenaffen lachen können, liegt nahe. Schon Charles Darwin notierte, dass Schimpansen "lachähnliche Geräusche" von sich geben. Doch gerade diese speisen sich eher aus Aufregung und Stress. Das tatsächlich freudige Lachen der Affen wird von uns gar nicht als solches erkannt. "Das Lachen des Schimpansen etwa ist mehr ein gutturales Grunzen", erklärt der Psychologe Robert Provine. Die Affen und ihre Verwandten, die Menschen, haben beim Lachen verschiedene Wege eingeschlagen.

Auch das Lachen der Hunde bleibt dem Menschen in der Regel ebenfalls verborgen — obwohl beide doch schon seit Jahrtausenden zusammen leben. "Es klingt für ein untrainiertes menschliches Ohr nur wie das übliche Hundehecheln", erklärt Patricia Simonet vom Sierra Nevada College. Die Tiere geben es vor allem dann von sich, wenn sie spielen. Dass es tatsächlich ein Lachen ist, erkannte die Verhaltensforscherin daran, als sie das Spielhecheln aufnahm und anderen Hunden vorspielte, die im Zwinger gehalten wurden. Diese zeigten sofort deutliche Anzeichen von Entspannung. Spielte man ihnen hingegen ein normales Hecheln in Folge einer nicht-spielerischen Anstrengung vor, zeigten sie keine nennenswerte Reaktion.

Hyänen lachen aus Frustration

Bei den Tüpfelhyänen entdeckte kürzlich ein Forscherteam, dass ihr Gelächter dazu dient, die Rollen innerhalb einer Hierarchie zu festigen. Je nach Status innerhalb der Gruppe haben Tüpfelhyänen ein anderes Lachen mit unterschiedlicher Frequenz und Tonhöhe, das von den übrigen Mitgliedern des Rudels sofort erkannt und akzeptiert wird. Allerdings haben die Forscher auch beobachtet, dass Hyänen umso mehr lachen, wenn sie frustriert sind, etwa wenn ihnen ein Löwenrudel ihre Beute weggefressen hat. Das kommt dem menschlichen "Wenn du nichts hast, bleibt dir wenigstens noch dein Lachen" schon ziemlich nahe.

Lachen aus Spaß kennen Hyänen allerdings nicht. Dazu muss man zu den Ratten gehen. Wenn sie miteinander spielen, produzieren sie eine "Kakophonie von Zirpgeräuschen" im Bereich des für uns nicht hörbaren Ultraschalls. Mit Kitzeln am Bauch oder Nacken ließen sich diese Geräusche ebenfalls hervorrufen, und den Nagern gefiel es wohl.

Ratten lieben Kitzeleien

Innerhalb von kurzer Zeit liefen sie den kitzelnden Menschenhänden hinterher — was ein Hinweis ist, dass ihr Zirpen auch tatsächlich als Ausdruck von Lust und Freude zu interpretieren ist. Zudem suchten die lachfreudigen Ratten die Nähe anderer Kichernager, während ihre eher schweigsamen Artgenossen oft allein blieben. Das Lachen dient also als sozialer Kitt — hier treffen sich Ratte und Mensch in der Art der Interaktion.

Der amerikanische Bison liebt es, auf zugefrorenen Eisflächen zu schliddern. Dabei brüllt er ein lautes "Gwaa", das ihm beim Menschen den Ruf vom "laughing buffalo" einbrachte. Ob es tatsächlich eine Art Lachen ist, können Wissenschaftler bisher nicht einwandfrei bestätigen. Wir Menschen glauben nur zu gern, dass das eislaufende Bison Spaß am Unfug hat.

(RP/jre)
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