Rätsel des Alltags: Warum spucken Taucher in ihre Taucherbrille?

Rätsel des Alltags : Warum spucken Taucher in ihre Taucherbrille?

Düsseldorf (rpo). Wer die bunte Unterwasserwelt durch die Taucherbrille genießen möchte, kennt das Problem: Nach oft nur wenigen Sekunden sieht man durch die Brille nichts mehr. Klare Sicht: Fehlanzeige. Hilft Spucke in diesem Fall tatsächlich, um Taucherbrillen vor dem Beschlagen zu schützen?

Weil die Luft innerhalb der Maske vom Körper angewärmt wird, gibt es auf den zwei Seiten des Glases starke Temperaturunterschiede. In der warmen Luft, die sich zwischen Gesicht und Glas bildet, ist viel Feuchtigkeit enthalten. Dadurch kondensiert Wasser in feinsten Tröpfchen auf der Innenseite des Glases. Es beschlägt.

Für ungetrübten Durchblick spucken die meisten Hobbysportler in ihre Taucherbrille. Den Speichel verteilen sie mit dem Finger gleichmäßig auf dem Innenglas. Einmal kurz ausspülen und ab ins Wasser.

Der Speichel, der aus drei großen und diversen kleinen Speicheldrüsen fließt, besteht überwiegend aus Wasser. Außerdem enthält er stärkespaltende Enzyme (Amylasen), geringe Mengen an Immunglobinen (Abwehrstoffe) und - pro Liter - 1,4 bis 1,6 Gramm Eiweiß als Schleim in Form von Glycoproteinen (Mucin). Diese Substanz erhöht die Gleitfähigkeit des Speisebreies und ermöglicht dadurch das Schlucken und Weiterbefördern in der Speiseröhre.

In der Tauchermaske haften die Glykoproteine am Brillenglas und bilden auf dessen Oberfläche einen dünnen gelartigen Belag. Durch den Speichelfilm auf dem Glas perlen die Wassertröpfchen einfach ab und die Sicht bleibt klar.

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