Rätsel des Alltags: Warum sind Knöpfe bei Herren rechts, bei Damen links?

Rätsel des Alltags: Warum sind Knöpfe bei Herren rechts, bei Damen links?

Düsseldorf (rpo). Warum befinden sich bei Hemden, Blusen oder Jacken bei Männern die Knöpfe auf der rechten Seite, bei Frauen aber auf der linken?

Seit dem Spätmittelalter, als Männer ihren Rock über das Obergwand nicht mehr über-, sondern anzuziehen begannen, nutzte man entweder Schnüre oder Haken und Ösen, um Kleidungsstücke zu schließen.

Knöpfe an Männerjacken und -mänteln tauchten erst später auf. Und was Frauenkleider angeht: Die wurden bis zum 19. Jahrhundert überwiegend hinten geschlossen.

Die für Männer typische Knöpfung entwickelte sich zu einer Zeit, als die Herren noch Schwerter und Degen trugen. Dass sie - seit dem 16. Jahrhundert - die Knöpfung links über rechts bevorzugten, lässt sich wahrscheinlich damit erklären wie sie ihre Waffen trugen und gebrauchten.

Da ein Großteil der Menschheit Rechtshänder ist und die Männer im Mittelalter ihr Schwert aus ergonomischen Gründen an der linken Hüfte unter dem Mantel trugen, hätte sich beim Ziehen ihrer Waffe mit Rechts bei einer Links-Knöpfung das Schwert im Kleidungsstück verheddert.

  • Axelfasching, Borderitis, Exting : Die skurrilen Kandidaten für das Jugendwort des Jahres

Außerdem hielten die Herren ihre rechte Kampfhand, die den Degen führte, am besten warm, indem sie sie durch die Knöpfe hindurch unter den Mantel steckten und wie Napoleon vor dem Bauch hielten. andere Kleidungsstücke wie, wie Oberhemden, orientierten ich an der Mantelknöpfung.

Auch für die Knöpfung von Frauenkleidung, die erst später in Mode kam, präsentiert ie Historie eine Erklärung: Modebewusste, bürgerliche Frauen, die damals das Geld hatten, sich geknöpfte Blusen zu leisten, knöpften sich diese nicht selber zu, sondern wurden von ihren Zofen angezogen. Die meisten von diesen waren rechtshändig. Also brachte man die Knöpfe auf der anderen Seite an, damit die Zofen diese mit der rechten, die Löcher mit der linken Hand halten konnten.

Der Unisex-Trend brachte die Unterscheidung der geschlechtsspezifischen Knopfrichtung ins Wanken. Die Konfektionsware für Männer und Frauen kam zum Tragen. Hersteller verzichten heute meist auf unterschiedliche Knöpfung.

Mehr von RP ONLINE