Physikalische Gründe: Warum sieht man blaue Leuchtschrift nur unscharf?

Physikalische Gründe: Warum sieht man blaue Leuchtschrift nur unscharf?

Düsseldorf (rpo). Leuchtschriften und andere Lichtelemente sieht man mittlerweile überall. Aufmerksame Beobachter werden immer wieder feststellen: Besonders blaue Leuchtschrift erscheint immer unscharf. Warum ist das so? Die Erklärung entführt den Laien in die Welt der Physik.

Die abbildenden optischen Elemente, in diesem Fall Linse und Glaskörper im Auge, verursachen Farbfehler", erklärt Wolfgang Grill, Direktor des Instituts für Experimentelle Physik II und Leiter der Abteilung Festkörperoptik und -akustik der Uni Leipzig. "Diese Fehler entstehen dadurch, dass wie bei einem Prisma verschiedene Farben verschiedene Wege bei der Abbildung durchlaufen."

Die Wellenlänge der elektromagnetischen Strahlung, die wir als Licht bezeichnen, verkürzt sich von Rot über Gelb und Grün bis hin zu Blau. "Das Auge hat sich gewöhnlich auf den Bereich Gelb bis Grün für die scharfe Abbildung eingestellt. Blau wird dann wegen der Farbfehler nicht scharf abgebildet."

Allerdings, so der Physikprofessor, könne es bei Zeitgenossen mit einer Fehlsichtigkeit vorkommen, dass gerade dieser Abbildungsfehler ins Gegenteil verkehrt wird und - ohne Brille versteht sich - die Farbe blau am schärfsten abgebildet wird.

  • Projekt soll 100 Kilometer lang sein : Cern-Physiker planen riesigen neuen Teilchenbeschleuniger

Die oft als mysteriös empfundene Wirkung blauer Lichtobjekte erzeugt eine hohe Aufmerksamkeit. "Gerne wird dem blauen Licht etwas Rot beigemischt, was wegen der dann nicht möglichen Scharfstellung für beide Farben zu einem irisierenden Blau-Violett mit blauem Rand bei der Wahrnehmung führt", so Wolfgang Grill.

Leuchten in älteren Autos zur Anzeige für das eingeschaltete Fernlicht im Armaturenbrett und ältere Rundumleuchten bei Feuerwehr und Polizei haben diesen Effekt genutzt.

(alfa)
Mehr von RP ONLINE