Rätsel des Alltags: Warum können Hunde besser riechen als wir?

Rätsel des Alltags : Warum können Hunde besser riechen als wir?

Düsseldorf (RP). Dass Hunde ein guten Riechsinn haben ist bekannt - sonst könnten sie beispielsweise nicht als Rettungshelfer oder gegen Drogenkuriere eingesetzt werden. Woher aber kommt dieser gute Riecher, und warum können sie besser riechen als wir?

Hunde definieren und beurteilen die Umwelt mit Hilfe ihrer Nase. Akustische und optische Eindrücke sind deshalb weit weniger wichtig als beim "Augentier" Mensch. Der nutzt diese Gabe aus und verwendet Schnüffelhunde, um Drogen, Bomben, defekte Gasleitungen, ja sogar Trüffel zu finden.

Verhaltensforscher haben in Experimenten eindrucksvoll demonstriert, dass Hunde Gerüche in einer Konzentration von eins zu einer Billion wahrnehmen können. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Schluss, dass der Mensch, besäße er nur ein Zehntel des Geruchs vermögens eines Hundes, ein völlig anderes Verständnis seiner Umwelt hätte.

Die außergewöhnliche Riechleistung von Hunden liegt unter anderem an der Größe des Riechfelds und der Anzahl der Riechzellen: Die Riechschleimhaut beim Menschen hat eine Oberfläche von fünf Quadratzentimetern, beim Hund sind es 150 Quadratzentimeter. Die Hundenase weist im Durchschnitt rund 220 Millionen Duftrezeptoren auf - im Vergleich zu etwa fünf Millionen beim Menschen. Jede Riechzelle enthält mehrere winzige, haar ähnliche Strukturen, Zilien genannt. Beim Menschen kommen sechs bis acht Zilien auf jede Geruchssinnzelle, während sich die Anzahl beim Hund auf 100 bis 150 beläuft.

Hunde können Duftgemische selektiv wahrnehmen, das bedeutet: Sie können Teilkomponenten analysieren, die Informationen in einem "Archiv" speichern und im großen Umfang später sicher wiedererkennen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Hund eine Art Duft-Datenbank besitzt, die in hohem Maße unserem visuellen Gedächtnis gleicht. Wie ein Hochleistungscomputer verarbeitet das Hundegehirn riesige Datenmengen, mit denen die Riechzellen es gefüttert haben.

Ungefähr zehn Prozent des Gehirns eines Hundes sind ausschließlich dazu da, Geruchsinformationen zu verarbeiten. Beim Menschen sind es gerade mal schlappe ein Prozent. Diese Fähigkeit, sich an bestimmte Duftstoffe zu erinnern, trägt wahrscheinlich zum sagenhaften Orientierungsvermögen von Hunden bei und bewirkt unter anderem, dass sie auch über Riesenentfernungen zurück nach Hause finden.

Mehr von RP ONLINE