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Warum ist man morgens größer als abends? Erklärung für den Größenunterschied

Nicht ungewöhnlich : Warum ist man morgens größer als abends?

Hamburg (rpo). Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft! Wer als Kind hoch hinaus wollte und deshalb häufig die eigene Körpergröße gemessen hat, kennt das Phänomen: Am Morgen stolze 1,40 Meter, am Abend dagegen nur noch lächerliche 1,38 Meter.

Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft! Wer als Kind hoch hinaus wollte und deshalb häufig die eigene Körpergröße gemessen hat, kennt das Phänomen: Am Morgen stolze 1,40 Meter, am Abend dagegen nur noch lächerliche 1,38 Meter.

"Mama! Hilfe, ich schrumpfe", schallte es dann durch die Wohnung. Die Erklärung der Mutter, das sei ganz normal, konnte kaum beruhigen. Erst am Morgen danach die Erleichterung: Die beiden Zentimeter waren wieder da. Doch wieso ist man morgens eigentlich größer als abends?

"Mama hatte Recht", sagt Thomas Niemeyer von der Universität Tübingen. "Dass wir morgens größer sind als abends, ist kein Grund zur Sorge, sondern ganz natürlich." Schuld am täglichen Schrumpfprozess sind die Bandscheiben: "Die Zwischenwirbelscheiben sind mit Wasser gefüllt. Im Laufe des Tages jedoch verlieren sie die Flüssigkeit. Das liegt an der vertikalen Belastung, der der Körper - beispielsweise beim Gehen oder Tragen von Gewichten - ausgesetzt ist", erklärt der Orthopäde. Die Folge des Flüssigkeitsverlustes: Die Wirbelsäule zieht sich zusammen, und wir schrumpfen.

Und da der Mensch insgesamt 23 Bandscheiben hat, kann das durchaus einen Größenunterschied von bis zu 3 Zentimetern ausmachen. Doch keine Sorge: Über Nacht saugen sich die Zwischenwirbelscheiben wieder mit Flüssigkeit voll, die Wirbelsäule dehnt sich und wir wachsen wieder.

(afp)