Was die Welt bewegt: Warum ist die 13 eine Unglückszahl?

Was die Welt bewegt: Warum ist die 13 eine Unglückszahl?

Die Dreizehn ist die sechste Primzahl, die zweite Wilson-Primzahl, eine zentrierte Quadratzahl und die kleinste Mirpzahl. Ebenso ist die Dreizehn der fünfte Exponent einer Mersenne-Primzahl. Das ist interessant zu wissen. Interessanter aber ist: Warum soll die 13 einem Unglück bringen?

Die Furcht vor der Zahl 13 wird "Triskaidekaphobie" genannt. Als Triskaidekaphobiker galt der Komponist und Vertreter der Zwölftonmusik, Arnold Schönberg, der an einem 13. geboren wurde und im Alter von 76 (7 + 6 = 13) Jahren an einem Freitag den 13. starb — angeblich 13 Minuten vor Mitternacht.

Auch Bismarck, der erste deutsche Reichskanzler, unterzeichnete nie an einem 13. Verträge. Der dreizehnte Tag eines Monats gilt in westlicher Tradition als Unglückstag, besonders wenn er auf einen Freitag fällt. Laut Umfragen glaubt das ein Viertel aller Deutschen.

Als mögliche Herkunft für diese Angst gilt der Verrat des Judas Ischariot, da er der dreizehnte Anwesende beim letzten Abendmahl war und der Tod Christi auf einen Freitag fiel (Karfreitag). Ist das reiner Aberglaube?

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Der Physiker Heinrich Hemme, Professor an der Fachhochschule Aachen, wollte es genau wissen: Nach unserem Kalender folgt auf drei gewöhnliche Jahre von 365 Tagen Länge fast immer ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Alle 400 Jahre wiederholt sich die gleiche Folge von gewöhnlichen Jahren und Schaltjahren. Hemme zählte deshalb für einen Zeitraum von 400 Jahren nach, wie oft der 13. ein Freitag ist.

Dabei ergab sich, dass der 13. insgesamt 688 mal auf einen Freitag fällt, aber nur 684- bis 687 mal auf jeden der anderen Wochentage. Hemme ist sich sicher, dass aller Aberglaube falsch ist und Unglücke sich gleichmäßig über das Jahr verteilt ereignen. Da der 13. aber am häufigsten ein Freitag ist, passieren diese Unglücke auch öfters an einem Freitag als an jedem anderen Wochentag. Der Unterschied beträgt zwar nur etwa ein halbes Prozent, aber er ist vorhanden.

In Italien gilt übrigens der Freitag, der auf den 17. eines Monats fällt, als Unglückstag. Denn die römischen Ziffern für 17 (XVII) ergeben in anderer Reihenfolge das Wort "vixi", was auf Latein "ich habe gelebt" heißt.

(RP)
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