Rätsel des Alltags: Warum fliegt ein angeschnittener Fußball einen Bogen?

Rätsel des Alltags : Warum fliegt ein angeschnittener Fußball einen Bogen?

Düsseldorf (rpo). Wohl kein anderer Fußballer wurde für seine Hereingaben so berühmt wie "Mister Bananenflanke" Manni Kaltz. Warum aber fliegt ein Fußball einen Bogen, wenn er angeschnitten wird?

Das Phänomen heißt Magnus-Effekt, benannt nach dem 1870 gestorbenen deutschen Physiker und Chemiker. "Ein fliegender Ball, der sich beispielsweise links herum dreht, wird von Luft umströmt. Dabei reißt er quasi einzelne Luftmoleküle in Drehrichtung mit", erklärt Josef Wiemeyer, Professor am Institut für Sportwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt. "Die mitgerissenen Luftmoleküle erhöhen an bestimmten Stellen den Druck auf den Ball". Im Fall der Linksrotation geschieht dies rechts vom Ball.

Anders gesagt: Auf der rechten Seite werden die Luftmoleküle vor den Ball geschleudert, auf der linken Seite hinter den Ball. Dieser erhöhte Luftdruck auf der einen Seite in Verbindung mit dem geringeren Luftdruck auf der anderen Seite lenkt den Ball von seiner geraden Flugbahn ab. So fliegt ein links herum rotierender Ball eine Linkskurve - logisch, weil rechts der erhöhte und links der geringere Luftdruck wirken. Fazit: Ein rotierender Ball fliegt nie dort hin, wo dicke Luft ist.

Bespiel Fußball: "Wichtig ist, dass man den Ball nicht zentral antritt, sondern seitlich", rät Andreas Wieck, Professor am Lehrstuhl für Angewandte Festkörperphysik der Ruhr-Universität Bochum. Der beherzte Kick auf die Seite versetzt den Ball in schnelle Rotation um die vertikale Achse.

Der "Abfälscheffekt" wächst im Quadrat mit der Rotationsgeschwindigkeit, daher hat schon eine geringe Erhöhung dieser Drehbewegung starke Wirkung. Außerdem, erklärt Andreas Wieck, seien "klebrige", also mit frischem Gummi ausgerüstete Schuhe zu empfehlen. Ansonsten rutsche der Fuß bloß am Leder entlang und die Rotation komme kaum in Gang.

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