Bericht der Vereinten Nationen Krisen machen Entwicklungsfortschritte zunichte

Neun von zehn Länder weltweit sind in ihrer Entwicklung in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Lebensstandard zurückgefallen. Zahlreiche Krisen sorgten dafür, dass Fortschritte der vergangenen Jahre zunichte gemacht wurden.

Eine Frau sammelt Hirse vom Boden auf, die in Säcken vom Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen im Südsudan abgeworfen wurden.

Eine Frau sammelt Hirse vom Boden auf, die in Säcken vom Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen im Südsudan abgeworfen wurden.

Foto: dpa/Sam Mednick

Die Corona-Pandemie und weitere Krisen haben die Entwicklung der Menschheit laut einem UN-Bericht um fünf Jahre zurückgeworfen. Wie das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) berichtete, sei der alljährlich veröffentlichte Index der menschlichen Entwicklung erstmals seit seiner Einführung vor mehr als drei Jahrzehnten in den Jahren 2020 und 2021 zweimal in Folge zurückgegangen.

Die Lebensverhältnisse der Menschen hätten sich im Jahr 2021 zudem in neun von zehn Ländern verschlechtert.

Der Index misst durchschnittliche Lebenserwartung, Bildungsniveau und Lebensstandard in Staaten. Der derzeitige Rückgang bedeute, „dass wir früher sterben, weniger gut gebildet sind, dass unsere Einkommen sinken“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner der Nachrichtenagentur AFP. Dies führe zu einem verbreiteten Gefühl von „Verzweiflung, Frustration, Zukunftsangst“.

Der Index der menschlichen Entwicklung war über Jahrzehnte hinweg stetig gestiegen. 2020 ging er dann erstmals zurück, 2021 ebenfalls. Dies habe die Errungenschaften der vorangegangen fünf Jahre zunichte gemacht, teilte das UN-Entwicklungsprogramm mit.

Wichtigster Auslöser des Rückgangs ist dem Bericht zufolge die Corona-Pandemie. Politische, finanzielle und klimabedingte Krisen hätten ebenfalls dazu beigetragen.

„Wir hatten schon früher Katastrophen. Wir hatten auch früher Konflikte. Aber das derzeitige Zusammentreffen mehrerer Krisen ist ein großer Rückschlag für die menschliche Entwicklung“, sagte Steiner. Von dem Rückgang betroffen sind der Studie zufolge mehr als 90 Prozent aller Länder weltweit.

An der Spitze der entwickelten Länder stehen den Angaben zufolge weiterhin die Schweiz, Norwegen und Island; Schlussländer sind der Südsudan, Tschad und Niger.

(msk/AFP/dpa/epd)
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