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Umweltbundesamt und Vatikan beklagen Vermüllung der Meere

Untersuchung an Nord- und Ostsee : Umweltbundesamt und Vatikan beklagen Vermüllung der Meere

Das Umweltbundesamt beklagt eine besorgniserregende Vermüllung an Nord- und Ostsee. Auch der Vatikan prangert eine "rücksichtlose Verschmutzung der Ozeane" in aller Welt an und fordert mehr Rücksicht auf kommende Generationen.

An der Nordsee sei die Belastung seit der letzten Studie von 2012 nicht geringer geworden, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe und berufen sich dabei auf ein "Faktenpapier" der Behörde, das aktuelle Untersuchungen des Amts und der Küsten-Bundesländer zusammenfasse. An der Ostsee, die erstmals unter die Lupe genommen worden sei, gebe es ebenfalls eine problematische Vermüllung.

An den untersuchten Nordsee-Stränden seien im Durchschnitt 389 Müllteile auf 100 Metern Küstenlinie gefunden worden, an der Ostsee rund 70 Teile. Ein Großteil des Mülls habe dabei aus Verpackungsmaterialien bestanden, etwa aus Essens- und Getränkeverpackungen. Am Meeresboden hätten Forscher laut Umweltbundesamt eine durchschnittliche Menge von elf Kilogramm Müll pro Quadratkilometer gefunden.

Das Amt nannte die Ergebnisse "besorgniserregend". Jeder Einzelne müsse stärker Verantwortung übernehmen und bedenken, "dass jegliche Verpackung oder andere Produkte aus Plastik, die in die Umwelt geraten, dort bis zu Jahrhunderte verbleiben und Tier wie auch Mensch schädigen können".

Bei einer UN-Konferenz zum Schutz der Meere in New York prangerte am Donnerstag auch der Vatikan eine "rücksichtlose Verschmutzung der Ozeane" an. Zum Welttag der Meere (8. Juni) betonte der päpstliche Entwicklungsbeauftragte, Kardinal Peter Turkson, die Verpflichtung, die biologische Vielfalt der Ozeane für künftige Generationen zu bewahren. Auch Papst Franziskus, so Turkson, lege in Umwelt- und Klimafragen den Fokus immer auf die Solidarität mit künftigen Generationen und warne vor einer gravierenden Schuld: "Denn die Welt, die wir erhalten haben, gehört auch denen, die uns folgen werden."

Bereits im Vorfeld hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres scharfe Kritik an der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen geübt. Alle Probleme der Meere seien von Menschen geschaffen und könnten nur durch "entschiedenes, koordiniertes Handeln umgekehrt und verhindert werden".

Bei dem Gipfel soll eine Deklaration in Form eines Aufrufs zu einem Aktionsplan verabschiedet werden. Durch Klimawandel, Verschmutzung, Überfischung und wirtschaftliche Aktivitäten wie Schifffahrt und Rohstoffförderung sind die Ozeane zunehmend gefährdet.

(KNA)