Chicago: Twitter gibt Aufschluss über Depressionen

Chicago : Twitter gibt Aufschluss über Depressionen

Aus Daten von sozialen Netzwerken im Internet können US-Forscher mit relativ hoher Trefferquote folgern, ob eine Frau kurz nach der Geburt Depressionen bekommen wird. Dafür werde unter anderem untersucht, was die Betroffenen in den Netzwerken schreiben und welche Stimmung sie dadurch ausdrücken, wie oft sie sich äußern und mit wie vielen Menschen sie über die Netzwerke kommunizieren, sagte Eric Horvitz zum Abschluss des Jahrestreffens des Wissenschaftsverbands AAAS in Chicago. Er ist Direktor des Forschungslabors von Microsoft in Redmond. Die "postnatalen Depressionen" treten nach Auskunft von Horvitz bei etwa 15 Prozent der Frauen nach einer Geburt auf – mit sehr unterschiedlichen Schweregraden und Zeiträumen.

Horvitz und sein Team analysierten unter anderem öffentlich zugängliche Daten aus dem Kurznachrichtendienst Twitter von knapp 3000 Müttern. Für eine weitere Studie fanden sie in Online-Foren Dutzende Mütter, die sich zur Teilnahme bereit erklärten und den Forschern Zugriff auf ihre Facebook-Daten gaben. Die Wissenschaftler untersuchten dann die Online-Aktivitäten der Mütter jeweils drei Monate vor und nach der Geburt des Kindes.

(dpa)