Erzählungen: T. C. Boyle erzählt von Amerika

Erzählungen: T. C. Boyle erzählt von Amerika

Man muss nur einmal die Geschichte über das Angeln lesen: Zwei Freunde fahren raus zur See, ein Tagesausflug, sie haben am Vorabend zu viel getrunken, und dem einen macht das nichts. Der andere hängt über der Reling, und als er sich endlich gefangen hat, verknallt er sich in die Helferin auf dem Kahn. Sie gehen aus, doch am Ende interessiert sie sich nur für seinen Kumpel. T.C. Boyle hat einen ganzen Erzählband über solche Gestalten geschrieben, die nah am Abgrund stehen, manche taumeln schon.

Das Buch heißt "Good Home" und enthält 20 Storys in schönster, unaufgeregter Sprache. Keine ist wie die andere, was sie eint, ist Amerika. Dort spielen diese Geschichten vom Familienvater, der für ein paar freie Tage behauptet, sein Baby wäre tot; vom Baseballstar, dessen Mutter in Venezuela entführt wird; vom Kurierfahrer, der in einen Erdrutsch gerät, und plötzlich gräbt und gräbt, um andere Leben zu retten, und darüber selbst am erstauntesten ist.

(kl)