Mythische Orte: Stonehenge: Sehnsucht nach Unsterblichkeit

Mythische Orte : Stonehenge: Sehnsucht nach Unsterblichkeit

Nirgendwo auf der Welt spiegelt sich prähistorischer Kult um Leben und Tod so beeindruckend wie im englischen Stonehenge. Doch auch UFOs und der Zauberer Merlin werden mit der unerklärlichen Steinformation im Südwesten Englands in Verbindung gebracht.

Mitten zwischen keltischen Hügelgräbern erheben sich die majestätischen Megalithen von Stonehenge. Bis zu 45 Tonnen schwere quaderförmige Sandsteine stehen aufrecht im Kreis, sechs davon sind noch heute mit Querblöcken verbunden. In diesem Kreis befinden sich fünf in Hufeisenform angeordnete Tore aus Basaltstein. Ein grüner Sandstein, Altarstein genannt, bildet das Zentrum.

Das zwischen 3.000 und 1.000 vor unserer Zeitrechnung errichtete Monument zieht jährlich rund eine Million Besucher in seinen Bann. Am längsten Tag des Jahres sind es besonders viele, denn dann geht die Sonne zwischen den Steinen an der offenen Seite des Hufeisens auf. Den Steinzeitmenschen soll Stonehenge dadurch als Kalender gedient haben, mit dem sie Aussaat und Ernte bestimmen konnten. Die Steine könnten jedoch auch Teil eines Totenkultes gewesen sein, denn die meisten Megalithbauten sind Gräber.

Widerlegen konnten die Archäologen die Theorie, dass Druiden, eine keltische Seher- und Priesterkaste, Stonehenge erbaut haben. Mit der Radiokarbonmethode konnten sie das Monument relativ eindeutig datieren. Die Kelten lebten erst rund 500 Jahre nachdem die letzten Steine aufgestellt wurden. Das hält neuzeitliche Druidenanhänger allerdings nicht davon ab, Stonehenge bis heute als Wallfahrtsort zu betrachten. Anhänger von UFO-Theorien haben Stonehenge als Landeplatz für Außerirdische identifiziert.

Zauberhafte Herkunft

Genau so sagenumwoben wie der Zweck ist die Antwort auf die Frage, woher die Steine kommen. Da die Wissenschaftler bis heute nicht erklären können, wie die Steinzeitmenschen die riesigen Steinblöcke aus den teilweise mehr als hundert Kilometer entfernten Steinbrüchen auf den Hügel bei Salisbury transportieren und dann aufeinander schichten konnten, halten sich die fantastischsten Sagen.

Die berühmteste ist die von Merlin. Uther Pendragon, Vater von König Artus, soll den Zauberer gebeten haben, eine würdige Gedenkstätte für seinen Bruder Ambrosius und die Kriegsherren Britanniens zu schaffen. Merlin zauberte daraufhin den "Tanz der Riesen" von Irland in die Heidelandschaft nahe Salisbury. An dieser Theorie stimmt zumindest etwas: Die Basaltsteine stammen aus einem Steinbruch in den Prescelly Mountains im Südwesten von Wales.

Ganz dürfte das Rätsel von Stonehenge zwar nie gelöst werden, aber eines ist sicher: Die riesigen und uralten Steine erinnern in beeindruckender Weise an die Vergänglichkeit menschlichen Lebens und die übermenschliche Kraft, die unsere Steinzeitvorfahren aufgebracht haben, diese Vergänglichkeit zu überwinden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stonehenge: Magie der Steinzeit

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