Mythische Orte: Sagenumwobenes Troja - Dichtung oder Wahrheit?

Mythische Orte : Sagenumwobenes Troja - Dichtung oder Wahrheit?

Düsseldorf (rpo). Hat Agamemnon hier tatsächlich gekämpft? Wurde Archilles hier vom berühmten Pfeil in die Ferse niedergestreckt? Startete Odysseus von hier aus seine jahrelange Irrfahrt? Um die alte Stadt Troja in der heutigen Türkei ranken viele Legenden. Wieviel Wahrheit sie enthalten, ist unter Wissenschaftlern umstritten.

Auslöser des Krieges um die Stadt Troja war - so erzählt es die Sage "Ilias" des Dichters Homer - der trojanische Prinz Paris. Er entführt die schöne Helena aus Griechenland und zieht damit den Zorn der Griechen auf sich.

Es entspinnt sich ein zehnjähriger Krieg, in dessen Mittelpunkt der griechische König Agamemnon, der trojanische König Priamos und der Krieger Achill stehen. Auch Odysseus kämpft in Troja. Nachdem die Griechen gesiegt und die Stadt eingenommen haben, macht er sich auf den Weg in seine Heimat Sparta - der Beginn der als Odyssee bekannten Irrfahrt.

Homer war kein Augenzeuge

Wahrheit oder Dichtung - die Forscher sind sich nicht einig. Fest steht, dass Homer die Erzählung erst mehrere Jahrhunderte später niederschrieb: Die Geschichte des Kampfes um Troja spielt im zwölften Jahrhundert vor Christus, die "Ilias" stammt aus dem achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Ein Augenzeuge des trojanischen Krieges war Homer also keinesfalls.

Der reiche deutsche Kaufmann und Forscher Heinrich Schliemann war fest davon überzeugt, dass die Erzählungen des Homer wahre Begebenheiten wiedergeben. Schliemann erfüllte sich Ende des 19. Jahrhunderts einen Kindheitstraum: Er suchte und erforschte die Ruinen Trojas.

"Schatz des Priamos" - eine Verwechslung

Schliemann endeckte sieben Besiedlungsschichten. Troja vermutete er in der zweiten oder dritten Schicht. Später stellte sich heraus, dass die Ruinen aus der Zeit des Trojanischen Krieges - wenn überhaupt - in der sechsten Schicht liegen müssen.

Schliemanns spektakulärster Fund war ein Goldschatz, seiner Meinung nach der "Schatz des Priamos". Andere Wissenschaftler konnten jedoch belegen, dass der Fund weit älter ist als von Schliemann angenommen. Zum Besitz des trojanischen Königs Priamos kann er deshalb nicht gehört haben.

Heinrich Schliemann gelangte durch seine Entdeckungen zu Weltruhm. Trotzdem ist er nicht unumstritten. Einige Achäologen werfen ihm vor, durch unsachgemäße Ausgrabungen viele Spuren und Zeugnisse der Geschichte zerstört zu haben.

Ausgrabungen dauern an

Jeden Sommer arbeiten Forscher aus aller Welt an den Ruinen von Troja. Die Ausgrabungen sollen Klarheit in das Geheimnis um Troja bringen und die bisherigen Erkenntnisse weiter absichern. Auch für Touristen sind die Überreste in der Nähe der tükischen Stadt Canakkale zu besichtigen. Die wichtigsten archäologischen Funde sind in den Museen von Istanbul und Canakkale zu sehen.

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