Unesco nimmt 14 Traditionen auf: Reitkunst wird Weltkulturerbe

Unesco nimmt 14 Traditionen auf: Reitkunst wird Weltkulturerbe

Die Unesco hat 14 kulturelle Traditionen aus aller Welt ins Weltkulturerbe aufgenommen. Dazu gehören unter anderem die traditionelle französische Reitkunst, die portugiesische Fado-Musik und die Mariachi-Musik aus Mexiko.

Sie gehören seit Sonntag offiziell zum "nicht-materiellen Kulturerbe" der UN-Organisation, die sich der Aufgabe verschrieben hat, Erziehung, Wissenschaft und Kultur zu fördern.

Bei einer Sitzung auf der indonesischen Insel Bali stimmten Experten der Kulturorganisation der Vereinten Nationen über mögliche Kandidaten für das Weltkulturerbe ab.

Die französische Reitschule habe eine "harmonische Beziehung" von Pferd und Reiter, "gegenseitigen Respekt" und "Leichtigkeit" zum Ziel, erklärte die Unesco zur Begründung.

Das Unesco-Komitee für den Erhalt des immateriellen Welterbes war in dieser Woche zum sechsten Mal zusammengetroffen. Es hat das begehrte Prädikat bereits mehr als 200 Mal vergeben - beispielsweise für Tänze, Rituale, Volksfeste, traditionelle Musik oder auch gesellschaftliche Bräuche.

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Zum immateriellen Kulturerbe zählen laut Unesco-"Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen". Dazu zählten mündlich überlieferte Traditionen ebenso wie die darstellenden Künste, Rituale, Feste oder Handwerkstechniken.

Die Liste des repräsentativen immateriellen Kulturerbes umfasst derzeit 213 Einschreibungen aus 68 Ländern. 16 Praktiken und Ausdrucksformen stehen bislang auf einer Roten Liste, weil sie zu verschwinden drohen.

Unter den Vorschlägen für Neueinschreibungen fand sich neben dem Fado aus Portugal oder der französischen Reitkunst zudem die Herstellungsprozedur für das französische Limoges-Porzellan. Zahlreiche Vorschläge kamen aus Asien; darunter etwa das chinesische Schattentheater.

Das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht", das nach österreichischem Willen auch zum immateriellen Kulturerbe erklärt werden soll, ist in diesem Jahr aber noch nicht unter den Kandidaten. Der entsprechende offizielle Antrag war nicht rechtzeitig fertig geworden.

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(AFP/KNA)
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