Echt oder unecht?: Perlen müssen zum Erbgut-Test

Echt oder unecht? : Perlen müssen zum Erbgut-Test

Mit einem Erbgut-Test können Genetiker Betrüger im Perlenhandel entlarven. Forscher in der Schweiz haben eine neue Methode zur Isolierung des Erbguts der Schmuckstücke entwickelt und können so die Art der Muschel bestimmen, von der diese stammen. Damit eröffne sich ein neuer Weg für den Nachweis der oft für den Preis entscheidenden wahren Herkunft der Kleinode, erklärte die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich.

Lange sei es für unmöglich gehalten worden, die Erbsubstanz aus Perlen zu isolieren, ohne diese zu verunstalten. Doch nun hätten Wissenschaftler "erstmals und praktisch zerstörungsfrei" aus verschiedenen Zuchtperlen DNA extrahiert, schreibt die Hochschule. Das Team um Joana Meyer nutze feinste Bohrer und hole so aus dem Inneren bereits bestehender Bohrlöcher kleinste Materialmengen. Bereits zehn Milligramm (0,01 Gramm) hätten ausgereicht, um genügend DNA zu isolieren. Die Forscher präsentieren das Verfahren im Fachjournal "Plos one".

So lasse sich erkennen, ob eine als historisches Schmuckstück verkaufte Perle wirklich antik ist. Die Bestimmung der Muschelart und die Altersbestimmung werden angesichts zunehmender Fälschungsversuche für den Handel mit natürlichen wie auch mit Zuchtperlen immer wichtiger.

(dpa)