Keine Entwarnung: Ozonloch schrumpft um 30 Prozent

Keine Entwarnung : Ozonloch schrumpft um 30 Prozent

Paris (RPO). Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr um rund 30 Prozent geschrumpft. Das ist aber nicht passiert, weil die Menschheit sich eines Besseren besonnen hätte, der Effekt ist vielmehr auf natürliche Schwankungen zurückzuführen.

Wie die Europäische Weltraumbehörde ESA in Paris berichtete, sind dafür vor allem natürliche Schwankungen von Temperatur und Winden verantwortlich. Die Ausmaße des Ozonlochs sind allerdings noch immer gewaltig. Es betrug nach Messungen des ESA-Umweltsatelliten Envisat im vergangenen Sommer 24,7 Millionen Quadratkilometer, was in etwa der Fläche von Nordamerika entspricht.

"Obwohl das Loch etwas kleiner ist als üblich, können wir daraus nicht schließen, dass sich die Ozonschicht bereits wieder erholt", sagte Ronald van der A (richtig), Projektwissenschaftler beim Königlich Niederländischen Meteorologischen Institut. In diesem Jahr habe sich die ozonarme Luft über der Antarktis lediglich stärker mit wärmerer und ozonreicherer Luft aus benachbarten Gegenden mischen können.

Die Ozonschicht befindet sich in etwa 25 Kilometer Höhe und dient der Erde als Filter gegen aggressive UV-Strahlung. Weltweit nimmt die Ozonschicht pro Jahr nach Angaben der ESA noch immer um etwa 0,3 Prozent ab, obwohl die für diesen Prozess hauptverantwortlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe bereits seit 1987 weltweit verboten sind. Durch den Abbau der Ozonschicht steigt auf der Erde das Risiko, an Hautkrebs und bestimmten Augenleiden zu erkranken.

(ap)