Stockholm: Nach zehn Jahren wenig Entwicklung bei Acrylamid

Stockholm : Nach zehn Jahren wenig Entwicklung bei Acrylamid

Eine neue Studie der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zeigt, dass die Werte der als gefährlich eingestuften Chemikalie Acrylamid in Kartoffelprodukten in den vergangenen sechs Jahren europaweit nicht zurückgegangen sind. Acrylamid kam vor genau zehn Jahren in den Fokus der Überwachungsbehörden. Damals hatte ein schwedisches Institut auf die Gesundheitsgefahr aufmerksam gemacht. Die Substanz wirkt bei Ratten als Nervengift und gilt als krebserregend.

Doch die Übertragung dieser Risiken auf Menschen konnte nur in wenigen Studien bestätigt werden. Niederländische Forscher fanden Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Eierstock- und Gebärmutterkrebs mit dem vermehrten Konsum Arcylamid-haltiger Lebensmittel wie Kartoffelchips, Pommes Frites, bestimmter Backwaren wie Zwieback, Lebkuchen oder Spekulatius und Brotsorten wie Toast oder Knäckebrot.

Acrylamid entsteht, wenn getreidehaltige Produkte in trockenem Zustand stark erhitzt werden – zum Beispiel beim Frittieren. Nach dem Erkennen der Gefahr hatte die Industrie in einer Selbstverpflichtung ein Minimierungskonzept begonnen, das bis 2006 auch Erfolge gezeigt habe, heißt es in der europäischen Studie. In den vergangenen fünf Jahren seien die Acrylamid-Werte aber nicht mehr gesunken.

(rai)
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