Neue Analysen des Erbguts: Menschheit wäre vor 70.000 Jahren fast ausgestorben

Neue Analysen des Erbguts : Menschheit wäre vor 70.000 Jahren fast ausgestorben

New York (rpo). So ein Glück: Vor 70.000 Jahren wäre die Menschheit fast ausgestorben. Nur 2.000 unserer Vorfahren sollen überlebt haben. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und russische Forscher aufgrund neuester Gen-Analysen.

Nur 2.000 moderne Menschen teilten sich damals den Lebensraum, den heute gut sechs Milliarden Erdenbürger bewohnen. Das schließen amerikanische und russische Forscher aus einer jüngsten Analyse des menschlichen Erbguts. Darin gebe es so überraschend geringe Variationen, dass es nur von einem ganz kleinen "Gen-Pool" entsprungen sein könne, berichten die Forscher im "American Journal of Human Genetics".

Das Team von der Stanford Universität in Palo Alto (Kalifornien) und der Russischen Akademie der Wissenschaften konzentrierte sich bei seiner Analyse auf die so genannten Mikrosatelliten im Erbgut. Das sind kurze, mehrfach wiederholte DNA-Abschnitte, deren Sinn bislang wenig verstanden ist und die deshalb auch als Junk-DNA (Abfall-DNA) bekannt sind. Manche Volksstämme unterscheiden sich an diesen Mikrosatelliten. Die Forscher verglichen insgesamt 377 dieser Marker von Menschen aus 52 Regionen der Welt.

Die Untersuchung bestätigt weiterhin, dass der Homo sapiens erst vor knapp 70.000 Jahren seine afrikanische Heimat verließ und den Rest der Welt eroberte. Eine frühere Studie, die sich am Y-Chromosom von 1.000 Männern in 21 Volksstämmen orientierte, hatte den Auszug aus Afrika auf die Zeit vor 66.000 Jahren gelegt.

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