Wissenschaftler schlagen Alarm: Meeressterben weit fortgeschritten

Wissenschaftler schlagen Alarm: Meeressterben weit fortgeschritten

Düsseldorf (RPO). Ölkatastrophen, Klimawandel, Überfischung – dass die Meere bedroht sind, ist bekannt. Jetzt schlagen internationale Forscher aber erneut Alarm: Das Meeressterben ist viel weiter fortgeschritten als gedacht.

Düsseldorf (RPO). Ölkatastrophen, Klimawandel, Überfischung — dass die Meere bedroht sind, ist bekannt. Jetzt schlagen internationale Forscher aber erneut Alarm: Das Meeressterben ist viel weiter fortgeschritten als gedacht.

In einer mehrtägigen Tagung Anfang des Jahres bewerteten 27 renommierte Wissenschaftler unter der Leitung des Internationalen Programms zur Lage der Ozeane (Ipso) und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) die bisherigen Kenntnisse zum Verfall der Meere. In einem inzwischen veröffentlichten Report kamen sie zu einem besorgniserregendem Ergebnis.

Lage schlimmer als in Worst-Case-Szenarien

Alex Rogers, Wissenschaftlicher Leiter des Ipso, sagte in der Veröffentlichung: "Die Ergebnisse sind schockierend." Die verschiedenen schädlichen Effekte zueinander in Relation gesetzt sind laut Rogers weit schlimmer als bisher angenommen. Die Lage sei sehr ernst und würde in jedem Bereich ein sofortiges Handeln fordern. Der Menschheit stünden Konsequenzen bevor, die sich noch zu Lebzeiten auswirken würden. Schlimmer aber würden sie noch für die folgenden Generationen werden. Konkret listeten die Wissenschaftler folgende Punkte auf:

Auf Grund der Kombinationen von Stressoren steht das größte Artensterben der Geschichte kurz bevor. Der Verfall der Meere schreitet viel schneller voran, als Irgendwer bisher angenommen hat. Viele der bereits bekannten negativen Einflüsse sind sogar schlimmer als bei Worst-Case-Szenarien angenommen wurde.

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Zwingender Handlungsbedarf

Vor allem drei Faktoren würden besonders gravierenden Einfluss nehmen: Abwasser, Chemikalien und Plastikmüll verschmutzen die Meere und vergiften die Lebewesen. Die Überfischung. Sie hat bereits dafür gesorgt, dass mehr als 90 Prozent der wichtigsten Fischbestände reduziert sind.

Die Wissenschaftler kamen überein, dass diese und andere Gefahren zusammengenommen das Ökosystem der Meere bereits so geschädigt haben, dass es sich bei weiterer Belastung nicht mehr davon erholen wird. Ihr Fazit: "Die Zeit, das blaue Herz der Erde zu schützen ist jetzt, heute und zwingend."

Möglichkeiten, dem Verfall entgegenzuwirken, wären beispielsweise ein geregelter und langfristig nachhaltiger Fischfang, der Verzicht auf Rohstoffgewinnung im Meer, wenigstens aber die Regulierung eines solchen. Vor allem aber Schadstoffe dürften nicht mehr ins Meer abgeleitet werden. Solche Maßnahmen werden aber von Umweltschutzorganisationen immer wieder gefordert. Bisher sind nur wenige eingeleitet worden. Der nächste Weltklima-Gipfel findet im November im Südafrikanischen Durban statt.

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