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WMO: Weltwetterorganisation warnt vor La Nina im Herbst und neuen Katastrophen

Weltwetterorganisation warnt : La Nina könnte im Herbst neue Katastrophen bringen

Eigentlich tritt das Wetterphänomen unregelmäßig auf. Doch die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet in diesem Herbst mit einer Wiederkehr von La Nina und damit einhergehend, die Gefahr von neuen Dürren und Überflutungen.

WMO-Generalsekretär Petteri Taalas sprach am Donnerstag vor einer hochrangigen UN-Konferenz zu Katastrophenprävention. Auch natürliche Erscheinungen wie La Nina würden durch den von Menschen verursachten Klimawandel verstärkt und beeinflussten zusehends Wettermuster, sagte Taalas.

Das Phänomen La Nina beschreibt eine Abkühlung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik und sorgt ähnlich wie die Warmphase El Nino für Veränderungen in der tropischen Atmosphäre. Alle solche Klimaereignisse stünden inzwischen im Kontext menschlicher Ursachen, erklärte die WMO. Das mögliche Auftreten von La Nina käme das zweite Jahr in Folge.

Taalas verwies auf verheerende Hitzewellen und Unwetter in nahezu allen Teilen der Welt in den vergangenen Monaten. Der Klimawandel vergrößere die Schwere und Häufigkeit solcher Katastrophen. Auch wenn dank Frühwarnsystemen und Katastrophenschutz mehr Menschen gerettet würden, wüchsen die sozio-ökonomischen und humanitären Folgen in Form von Ernährungsunsicherheit, Vertreibung, Migration und potenziellen Unruhen.

Denn Extremwetterereignisse gefährden laut einer aktuellen Studie nicht nur Menschenleben, sondern auch die Preisstabilität. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Umweltorganisation Greenpeace und der SOAS University of London hervor. "Dürren können Preise steigen lassen", erklärte der DIW-Abteilungsleiter für Makroökonomie, Alexander Kriwoluzky. Auf der anderen Seite könnten Flutkatastrophen und Stürme aber durch das zerstörte Vermögen auch "die Nachfrage reduzieren und zu einer Preissenkung führen".

Umweltaktivisten von Greenpeace demonstrierten deshalb am Donnerstag vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main, wo an diesem Tag eine Ratssitzung zum zukünftigen geldpolitischen Kurs abgehalten wird. Es sei im "ureigenen Interesse" der EZB, an der Dekarbonisierung der Wirtschaft mitzuwirken, erklärte DIW-Ökonomin Jana Wittich. "Um ihrem Auftrag, für stabile Preise zu sorgen, gerecht zu werden, bedarf es einer schnellen Antwort der EZB im Kampf gegen den Klimawandel".

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Die Autoren der Studie forderten eine Neuausrichtung der EZB-Geldpolitik auf Klimaneutralität. So sollten alle geldpolitischen Instrumente auf ihre Auswirkungen auf das Klima hin untersucht werden. Die Klimaschädlichkeit von Unternehmen, deren Anleihen die EZB aufkauft oder als Sicherheiten akzeptiert, sollte außerdem verpflichtend offengelegt werden. Die Autoren der Studie forderten außerdem neue Schlüsselprinzipien für die Geldpolitik, sowie aufsichtsrechtliche Vorschriften für Banken im Sinne der Klimaneutralität.

Der EZB-Rat tagt am Donnerstag vor dem Hintergrund einer hohen Inflationsrate. Vorerst wird erwartet, dass die EZB den Leitzins weiter bei historisch niedrigen null Prozent belässt. Auch mit einer Fortsetzung der umfangreichen Anleihekaufprogramme wird gerechnet. Mit Spannung erwartet werden mögliche Signale der Zentralbanker, wann die EZB mit einem Zurückfahren der krisenbedingten Anleihekaufprogramme beginnen könnte.

(felt/kna)