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Weltwassertag - Unicef schlägt Alarm: 3 Milliarden können sich nicht Hände waschen

Weltwassertag - Unicef schlägt Alarm : Drei Milliarden Menschen können sich nicht Hände waschen

Das UN-Kinderhilfwerk Unicef schlägt anlässlich des Weltwassertags Alarm: Nach aktuellen Schätzungen der UN haben 40 Prozent der Weltbevölkerung, rund drei Milliarden Menschen, zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.

Auch der am Sonntag veröffentlichte Weltwasserbericht der UNO beklagt, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser für Milliarden Menschen weltweit gefährdet sei.

Gerade in Zeiten der weltweiten Corona-Krise sei dies katastrophal, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland: "Mit großer Sorge blicken wir derzeit in die Regionen der Welt, in denen die meisten Familien nicht die Möglichkeit zu regelmäßiger Hygiene haben. Corona zwingt uns im Augenblick alle, unser Leben zu verändern. Zugleich müssen wir angesichts der globalen Gefahr jetzt auch den verletzlichen Kindern und ihren Familien vor allem in Krisenregionen beistehen."

Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und Wissen über Hygiene seien die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, so Schneider. Doch Millionen Familien in Kriegs- und Krisengebieten oder in überfüllten Flüchtlingsländern wie in Syrien, in Bangladesch oder auch in Griechenland hätte kaum Möglichkeiten für tägliche Hygiene.

Fast drei Viertel der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern verfügen nach UN-Angaben zu Hause nicht über die grundlegende Ausstattung zum Händewaschen. Weltweit haben demnach fast die Hälfte aller Schulen keine Anlagen für das Händewaschen mit Wasser und Seife. Dies betreffe rund 900 Millionen Kinder im Schulalter. Über ein Drittel der Schulen weltweit und die Hälfte der Schulen in den am wenigsten entwickelten Ländern hätten überhaupt keinen Ort, an dem sich Kinder die Hände waschen können.

Selbst jede sechste Gesundheitseinrichtung verfüge weder über funktionale Toiletten noch über Handwaschmöglichkeiten an den Behandlungsorten. Angesichts der Corona-Pandemie hat Unicef daher gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation und weiteren Partnern wie Facebook Informationskampagnen für Eltern und Kinder gestartet.

Laut dem am Sonntag veröffentlichten Weltwasserbericht der UNO führt vor allem der Klimawandel zu weniger Wasser und schlechterer Wasserqualität. Der weltweite Wasserverbrauch sei zudem heute sechs Mal so hoch wie noch vor 100 Jahren. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten führten dazu, dass der Wasserverbrauch weiter um etwa ein Prozent pro Jahr ansteige. Bis zu 90 Prozent aller Abwässer weltweit würden unbehandelt abgelassen und belasteten Umwelt und Trinkwasservorräte. Der Klimawandel verschärfe diese ohnehin schon prekäre Lage.

Höhere Wassertemperaturen und weniger gelöster Sauerstoff führten außerdem dazu, dass Flüsse und Seen sich weniger gut selbst reinigen könnten und krankheitserregende Verunreinigungen und Schadstoffkonzentrationen zunähmen. Die Vereinten Nationen fordern daher, die Bedeutung von Wasser in den Verhandlungen über Klimapolitik stärker zu berücksichtigen. Das könne auch dazu beitragen, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

(felt/kna)