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Weltklimarats: Fünf wichtige Erkenntnisse aus dem neuen UN-Klimabericht

Ergebnisse des Weltklimarats : Fünf wichtige Erkenntnisse aus dem neuen UN-Klimabericht

Der Weltklimarat hat an diesem Montag einen alarmierenden Klimabericht vorgelegt. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den mehr als 3000 Seiten.

Der Weltklimarat bündelt in dem am Montag vorgestellten Bericht den aktuellen Wissenstand zur Erderwärmung und deren Folgen. Hier sind fünf wichtige Erkenntnisse im Überblick:

Der Mensch ist schuld

Dem Bericht zufolge ist so gut wie die gesamte Erwärmung der Erdtemperaturen seit der vorindustriellen Zeit auf die Freisetzung von Gasen wie Kohlendioxid oder Methan zurückzuführen. Diese entstehen unter anderem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl, Holz oder Erdgas. Nur für einen sehr kleinen Bruchteil, maximal 0,1 oder 0,2 Grad, des Temperaturanstiegs von fast 1,1 Grad seit dem 19. Jahrhundert sehen Wissenschaftler natürliche Gründe wie die Sonne verantwortlich.

Ziele von Paris

Fast alle Staaten der Welt haben sich zu den Pariser Klimaschutzzielen von 2015 bekannt, die globale Erderwärmung bis 2100 auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts beschränken zu wollen, möglichst auf unter 1,5 Grad. Doch die 1,5-Grad-Schwelle wird dem Bericht zufolge schon in den 2030er Jahren überschritten, früher als in vorherigen Prognosen. Und zwar in allen fünf verschiedenen Szenarien, die die Wissenschaftler angenommen haben und die darauf basieren, wie stark oder wenig stark die Emissionen eingeschränkt werden. In drei der fünf Szenarien ist auch das Zwei-Grad-Ziel nicht zu halten.

Die Konsequenzen

Die Eisschmelze und der Anstieg der Meeresspiegel beschleunigen sich bereits. Wetterextreme wie Stürme und Hitzewellen dürften sich dem Bericht zufolge noch verschlimmern und häufiger werden. Selbst wenn die Emissionen dramatisch eingeschränkt werden, sind einige der Veränderungen am Klima auf Jahrhunderte hinaus nicht mehr unkehrbar.

Wie es doch noch ginge

Um bis Ende des Jahrhunderts unter einer Erwärmung von 1,5 Grad zu bleiben, gibt es trotz aller düsterer Prognosen möglicherweise doch noch eine Möglichkeit, nämlich negative Emissionen. Das bedeutet, dass mehr CO2 aus der Atmosphäre gesaugt wird als hineinkommt. Dem Bericht zufolge könnte das nach 2050 möglich sein, nur wie genau erklären die Experten nicht.

„Tipping Points“

Die sogenannten „Tipping Points“, also Ereignisse, die weltweit besonders katastrophale Auswirkungen hätten wie ein Kollaps des Eisschilds in der Antarktis oder die abrupte Verlangsamung von Meeresströmungen gelten unabhängig von den fünf Szenarien zumindest im Moment als eher unwahrscheinlich. Allerdings fehlen dafür viele Daten und eines machen die Forscher klar: ausgeschlossen werden können sie auch nicht.

(ahar/dpa)