Strom sparen im Haushalt 7 Dinge, die Sie tun können, um Elektrogeräte besser zu nutzen

Düsseldorf · Nicht erst seit der steigenden Strompreise lohnt es sich, auf den Verbrauch der Elektrogeräte zu Hause zu achten. Mit einigen Anpassungen kann einiges an Strom gespart werden – Geldbeutel und Umwelt zuliebe.

Egal ob Unterhaltungselektronik oder Küchengeräte, mit ein paar Tricks kann der Stromverbrauch nachhaltig reduziert werden.

Egal ob Unterhaltungselektronik oder Küchengeräte, mit ein paar Tricks kann der Stromverbrauch nachhaltig reduziert werden.

Foto: dpa-tmn/Zacharie Scheurer

Wenn es ums Stromsparen geht, dann sind es meist die Elektrogeräte, die beim Verbrauch ins Gewicht fallen. Welches Gerät wie viel verbraucht, ist zum Teil sehr unterschiedlich. Auch die Nutzungsdauer, also wie oft das Gerät in Gebrauch ist, aber auch wie alt das Gerät ist, spielen dabei eine große Rolle. Einen Überblick zum Thema finden Sie hier. Doch es gibt auch ein paar ganz praktische Tipps zum schnellen Umsetzen, die helfen können, den Stromverbrauch zu senken.

  • Die Größe

Es mag zunächst banal klingen, doch auf die Größe kommt es an. Das sagt auch Gerhild Loer, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW: „Nicht nur verbraucht ein kleinerer Fernseher weniger Strom als ein großer, in Sachen Unterhaltungselektronik sind es auch gerade die großen Geräte und Bildschirme, die uns dazu animieren, sie umso länger zu nutzen“, sagt sie. Auch bei Kühlschränken spielt das eine Rolle: Ein kleiner voller Kühlschrank verbraucht weniger Energie als ein großer, in dem viel Platz bleibt. Bei jedem Öffnen strömt warme Luft von außen hinein und muss runtergekühlt werden. Ist der Kühlschrank voller, halten die Lebensmittel die Kälte besser.

  • Das Alter

Auch hier kann man nicht für alle Geräte sprechen, es gibt keine allgemeingültige Faustregel für jedes Gerät, wann der Zeitpunkt zum Austauschen gekommen ist. Ein alter Haartrockner oder ein altes Bügeleisen können noch gute Dienste leisten, ohne zum Stromfresser zu werden. Generell sind es meist nicht die Geräte, die nur kurz und für wenige Minuten in Betrieb sind, die zur Stromfalle werden. „Aber bei Kühlschränken kann man zum Beispiel sagen, nach circa 15 Jahren lohnt sich ein Neukauf fast immer“, so Loer. Dann rechnet sich die aufgewendete Energie für die Neuproduktion mit dem eingesparten Strom. Denn die Dämmung des Gerätes wird mit der Zeit porös, der Kühlschrank kann die Kälte nicht mehr halten.

  • Die Anzahl

Auch dieser Punkt mag banal klingen, kann jedoch in der Summe viel ausmachen. „Wir besitzen heute sehr viel mehr Elektrogeräte als früher, vom Handy, über das i-Pad bis hin zur Spielekonsole“, sagt Gerhild Loer. Alle diese Geräte brauchen Strom. „Zwar werden viele Geräte immer stromsparender, aber weil wir mehr davon besitzen, sinkt der Verbrauch deshalb nicht unbedingt“, so die Expertin. Wer mithilfe von speziellen Bildschirm-Zeit-Apps testet, viel Zeit er tatsächlich am Handy verbringt, ist vielleicht verwundert und denkt darüber nach, die Nutzung ein wenig einzuschränken.

  • Der Standby-Modus

Lange herrschte der Glaube vor, der Standby-Modus wäre der größte Stromfresser. „Natürlich verbrauchen Geräte mehr, wenn sie nicht wirklich ausgeschaltet sind. Die gute alte Steckerleiste kann da helfen“, so Loer. Für neuere Geräte gibt es aber eine Obergrenze: Die Stand-by-Leistung von neueren Geräten darf nach einer EU-Vorgabe nur noch bis zu 0,5 Watt betragen. Das gilt aber nicht für Geräte, die mit einem Netzwerk verbunden seien. Dazu zählen zum Beispiel Smart-TVs, Drucker und Spielekonsolen. Dort lohnt sich also ein komplettes Ausschalten besonders.

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  • Die Einsatzdauer

Was länger läuft, verbraucht länger Strom. So weit, so simpel. Doch moderne Geräte haben oft einen sogenannten Eco-Modus. Spül- und Waschmaschine reinigen dann zum Beispiel mit niedrigerer Temperatur, brauchen dafür aber länger. „Hier kann man wirklich sparen“, sagt auch Loer, „die Wäsche oder das Geschirr wird meist bei niedrigeren Temperaturen genauso sauber, sie brauchen nur ein bisschen mehr Zeit.“ Sie nennt hier die vier grundsätzlichen Reinigungsfaktoren (auch bekannt als der Sinnersche Kreis): Mechanik, Zeit, Temperatur und Chemie, also Reinigungsmittel. Wird einer davon reduziert, kann das durch eine Erhöhung eines anderen ausgeglichen werden. „Das Aufheizen benötigt besonders viel Strom, deshalb macht es Sinn, dort zu reduzieren“, so Loer.

  • Die Alternativen

Klar, gerade bei Unterhaltungselektronik gibt es wenig andere Mittel, um sie gleichwertig zu ersetzen. Doch Loer sagt auch, fast jeder kann seinen Stromverbrauch schon dadurch senken, dass Geräte bewusster genutzt werden. „Ein Wäschetrockner kann sehr komfortabel sein, doch Wäsche trocknet auch auf dem Ständer oder im Freien. Wer sich außerdem sorgt, dass die Wäsche bei niedrigeren Temperaturen nicht so sauber wird, kann sie in die Sonne hängen. Das UV-Licht ist ein natürliches Desinfektionsmittel“, sagt sie. Ein Wasserkocher ist kürzer in Betrieb als ein Herd, auf dem Wasser im Topf erhitzt wird. Ein Toaster backt ein einzelnes Brötchen schneller auf als ein Backofen. Bei mehreren kann das schon umgekehrt sein. Man kann also schon durch bewussteren Gebrauch einiges einsparen.

  • Die Siegel

Für viele Elektrogeräte gibt es die bekannten Energieeffizienzklassen. Seit diese im März 2021 angepasst wurden, sind die Klassifizierungen nicht unbedingt einfacher geworden. Mehr dazu lesen Sie hier. Gerade für kleine Geräte gibt es aber keine solche Einstufung. Jedes Elektrogerät muss eine CE-Zertifizierung tragen, die nachweist, dass das Gerät den EU-Vorschriften entspricht. Über die Umweltfreundlichkeit oder Energieeffizienz sagt das aber nichts aus. „Hier kann man auf Siegel wie den Blauen Engel achten, die geben ein wenig Orientierung“, so Loer. Das ist ein freiwilliges Siegel vom Bundesumweltministerium. Es existiert bereits seit 40 Jahren. Die Hersteller müssen die Auszeichnung für ihr Produkt (vom Monitor bis hin zur Kaffeemaschine) selbst beantragen. Die Kriterien zur Vergabe erarbeitet das Bundesumweltamt, dabei spielen unter anderem auch Langlebigkeit und Reparierbarkeit des Produkts eine Rolle. Mehr Infos zu Verbrauchersiegeln im Supermarkt finden Sie hier.

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