Per Radio, Handy, Rauchmelder und Internet Neues Katastrophen-Warnsystem startet

Uedem/Bonn · Ein neues Katastrophen- und Gefahrenwarnsystem gehan den Start. Neben Radio oder Fernsehen soll das System die Bevölkerung auch über Rauchmelder, Handys oder Internet alarmieren.

Neues Katastrophenschutzsystem in Deutschland
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Neues Katastrophenschutzsystem in Deutschland

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Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bekämen Ende nächsten Jahres bundesweit alle Lagezentren der Länder eigene Sende- und Empfangsanlagen. Der Ausbau des Netzes sei aber Ländersache. Kosten und Zeitraum des Ausbaus seien nicht absehbar. Bund, Länder und Kommunen haben das "Modulare Warnsystem" (MoWaS) in einem Pilotprojekt entwickelt.

BBK-Präsident Christoph Unger appellierte bei der Vorstellung in der Zivilschutzverbindungsstelle Kalkar an Bund, Länder und Kommunen, die finanziellen Lasten zu tragen. Nach dem Abbau des bundesweiten Sirenennetzes 1993 gebe es zwar noch Sirenen: "Sirenen können nur Töne. Menschen brauchen aber Informationen", sagte Unger. Die Zivilschutzverbindungsstelle Kalkar ist eine von deutschlandweit drei Einrichtungen, die im Verteidigungsfall die Bevölkerung vor Luftangriffen warnen sollen.

Warnmeldungen in Sekunden

Mit dem modularen Warnsystem können nach BBK-Angaben amtliche Warnmeldungen in Sekundenschnelle an Rundfunk oder Fernsehen übertragen werden. Sender müssten ihre Programme unterbrechen und die Meldung verlesen, sagte BBK-Projektleiter Gerrit Möws. Informationen könnten als Laufbänder direkt ins Fernsehen eingespeist werden.

Die Warnung könne auch an Sirenen oder noch zu entwickelnde spezielle Rauchmelder angebunden werden - eine Art Weckruf für die Menschen, um sich dann in anderen Medien weiter zu informieren. Im Mobilfunk könnten Sendemaste zielgerichtet an eine definierte Region Warnmeldungen ausstrahlen. Mit Mobilfunkbetreibern werde das noch diskutiert.

Das System könne auch bei regionalen Gefahren wie Sturm, Hochwasser oder Chemieunfällen effektiv eingesetzt werden, sagte der Projektleiter beim nordrhein-westfälischen Innenministerium, Hans-Georg Fey. NRW, Rheinland-Pfalz und Hamburg haben das Warnsystem als erste Bundesländer erprobt.

Das Katastrophenwarnsystem ist nach BBK-Angaben eine Erweiterung des satellitengestützten Warnsystems (SatWaS), das seit 2001 für die Alarmierung der Bevölkerung im Verteidigungsfall bereitsteht. Die Entwicklung, der Aufbau und der Betrieb des Modularen Warnsystems liegen in der Verantwortung der mecom Medien-Communikationsgesellschaft mbh in Hamburg. An ihr ist unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) beteiligt.

(dpa)
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