Neuer Hitzerekord Fast 50 Grad in der Türkei gemessen

Istanbul · Eine Hitzewelle in der Türkei sorgt für Temperaturen, die teils bis zu elf Grad über den üblichen Werten liegen. Simulationen gehen davon aus, dass die Hauptsaison in dem Land ab 2040 im Oktober liegen wird.

Hitze in Südeuropa: Buschfeuer und Akropolis - die Fotos
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Südeuropa ächzt unter Hitzewelle – Buschfeuer und Hitzschlag

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Foto: dpa/Mate Gojanovic

In der Türkei ist die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen worden. Im zentraltürkischen Eskisehir habe die Temperatur am Dienstag 49,5 Grad Celsius erreicht - damit sei es heißer gewesen als beim bisherigen Rekord im Juli 2021, schrieb Umweltminister Mehmet Özhaseki auf der Online-Plattform X, die bislang unter dem Namen Twitter bekannt war. Damals seien 49,1 Grad in der Südosttürkei registriert worden. Systematische Temperaturmessungen gibt es in der Türkei seit etwa 100 Jahren.

Der Wetterdienst warnte am Mittwoch, die Hitzewelle halte an. Erwartet würden Temperaturen bis zu elf Grad über den zu dieser Jahreszeit üblichen Werten. Hauptursache der Hitze sei der Klimawandel, sagte der Meteorologe Baris Önol von der Technischen Universität Istanbul der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sorge auch das Wetterphänomen El Niño für hohe Temperaturen, Hitzewellen seien aber generell häufiger geworden und dauerten länger an.

„In Zukunftssimulationen wird die Türkei in 30 bis 40 Jahren dieser Hitze noch viel mehr ausgesetzt sein“, sagte Önol. Das könnte auch Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeerraum haben. Ab 2040 werde erwartet, dass sich die Hauptsaison in den September und den Oktober verschiebe.

Ein Außenthermometer in einem Kleingarten zeigt die Temperatur. (Symbolfoto)

Ein Außenthermometer in einem Kleingarten zeigt die Temperatur. (Symbolfoto)

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Minister Özhaseki schrieb, der Klimawandel müsse aufgehalten werden. Er erinnerte daran, dass die Türkei das Ziel habe, bis 2053 klimaneutral zu sein. Das Land ist zurzeit noch stark von fossiler Energie abhängig. Im Jahr 2022 wurden nach offiziellen Angaben 34,6 Prozent des Stroms aus Kohle und 22,2 Prozent aus Erdgas gewonnen. Wasserkraft machte demnach 10,8 Prozent aus, Wind und Sonne jeweils rund 11 und 5 Prozent.

(albu/dpa)
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