1. Panorama
  2. Wissen
  3. Klima

Klimagipfel-Blog: Mit Germanwatch in Kopenhagen: Meine erste Pressekonferenz

Klimagipfel-Blog: Mit Germanwatch in Kopenhagen : Meine erste Pressekonferenz

Kopenhagen (RP). Unser morgendliches Germanwatch-Arbeitstreffen beginnt. Das Tagesprogramm wird herumgereicht, Schwerpunkte und Strategien festgelegt. Ein Blick zu den angesetzten Pressekonferenzen und, kann das sein? Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen hat der Munich Climate Insurance Initiative (MCII), an der ich aktiv mitwirke, aus Versehen eine Pressekonferenz zum Thema Klimaversicherung um 11.30 Uhr zugeordnet.

Nach erster Verwunderung gibt es eine kurze Beratung und dann ist klar: Wir nehmen den Termin! Die (unerwartete) Chance wollen wir nicht verpassen, gleich zu Beginn der Verhandlungen ein Zeichen setzen zu können.

Leider lässt uns die Situation nur wenig Zeit. 45 Minuten bleiben noch zur Vorbereitung bis zum Beginn der Pressekonferenz. Als Koko Warner, Wissenschaftlerin von der University of United Nations in Bonn, zum Anfang spricht, kann ich noch schnell die letzten Minuten nutzen, um meine Notizen zu vervollständigen.

Koko schafft es auf klare und einfach Weise, den anwesenden Journalisten zu erklären, wie die Häufigkeit von Wetterextremen zunimmt und was dies für die Entwicklungsländer bedeutet.

Gerade hier in Kopenhagen müssen wir dazu Antworten finden - und ein Teil der Lösung ist aus unserer Sicht eine Versicherungslösung für die besonders verletzlichen Länder. Und die muss von den Industriestaaten unterstützt werden. Dafür setzt sich Germanwatch gemeinsam mit MCII ein.

Nach Kokos Beitrag übernehme ich und spreche die Perspektive der Nichtregierungsorganisationen bei diesem Thema an. Denn aus unserer Sicht macht die Versicherungslösung nur Sinn, wenn sie in einen sinnvollen Klimadeal eingebettet ist. Für meinen Bereich heißt das: Eine gesicherte, langfristige Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern, allerdings auch kurzfristige Finanzzusagen, um nach Kopenhagen schnell in eine sinnvolle Anpassung an den Klimawandel zu investieren.

Es ist jedoch gefährlich, beides gegeneinander auszuspielen: Entwicklungsländer dürfen nicht durch kurzfristige Einmalzahlungen gekauft werden, um einem Abkommen mit schlechten Emissionsminderungszielen für Industriestaaten und unsicherer Langfristfinanzierung (auch für eine Klimaversicherung) zuzustimmen.

Eine weitere Gefahr für einen schlechten Deal ist der Versuch vieler Industriestaaten (darunter auch Deutschland), nicht "neues" Geld zu verwenden, sondern vergangene (nicht gehaltene) Finanzzusagen zu recyceln. Außerdem muss vermieden werden, dass man versucht, sich aus bereits versprochenen Töpfen der Entwicklungszusammenarbeit zu bedienen.

Erfolgreiche Armutsbekämpfung ist eine Grundvoraussetzung für die Anpassung an den Klimawandel.

Die anwesenden Journalisten nicken, Rückfragen werden gestellt, Antworten gegeben. Und schon ist der "Spuk" vorbei: Meine erste Pressekonferenz.

(Germanwatch)