Kritik an Berichterstattung „Letzte Generation“ sieht sich Hetze ausgesetzt

Hamburg · Seit Anfang des Jahres haben sich Mitglieder der „Letzten Generation“ wiederholt auf Straßen und Autobahnzufahrten festgeklebt. In Berlin wurde am Montag ein Rettungseinsatz behindert, nachdem die Protestgruppe einen Stau ausgelöst hatte.

 Kürzlich hat die Gruppe „Letzte Generation“ die Parteizentrale der Grünen aus Protest mit Farbe beschmiert (Archivfoto).

Kürzlich hat die Gruppe „Letzte Generation“ die Parteizentrale der Grünen aus Protest mit Farbe beschmiert (Archivfoto).

Foto: dpa/Julius-Christian Schreiner

Die Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ kritisieren laut einem Bericht des „Spiegels“ eine „Welle der Vorwürfe, Unwahrheiten und Hetze“ gegen sich. In einem Statement der Gruppe, das dem Magazin vorliegt, werfen sie den Medien vor, nicht objektiv zu berichten. Es sei schockierend, dass man sich „auf die einfachsten Prinzipien in einer Demokratie - wie neutrale, faktenbasierte Berichterstattung“ nicht verlassen könne.

Seit Anfang des Jahres haben sich Mitglieder der „Letzten Generation“ wiederholt auf Straßen und Autobahnzufahrten festgeklebt. Zuletzt klebten sich Aktivistinnen und Aktivisten in mehreren Museen an Kunstwerken fest und schütteten Lebensmittel wie Kartoffelbrei auf wertvolle Bilder.

Öffentliche Kritik an der Gruppe verschärfte sich, nachdem sich am Montag nach Recherchen des Berliner „Tagesspiegels“ der Rettungseinsatz nach einem Fahrradunfall in Berlin wegen eines von der „Letzten Generation“ verursachten Verkehrsstaus einige Minuten verzögert hatte. Die verletzte Radfahrerin starb am Donnerstag. Ob sie ohne die Verzögerung überlebt hätte, ist unklar.

„Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass die Radfahrerin im Straßenverkehr verunglückt ist, ist furchtbar. Wir sind bestürzt und in Trauer“, heißt es in dem Statement der „Letzten Generation“, über das der „Spiegel“ in der Nacht zum Freitag online berichtete: „Doch ist es an der Zeit, eine Grenze zu ziehen.“

„Wir wussten, dass uns einiges entgegenschlagen wird. Wir wussten, dass wir uns viele Feinde machen würden“, heiße es in der Erklärung. „Dass ein ganzes Mediensystem sich gegen uns wenden würde, damit haben wir nicht gerechnet.“

(zeit/epd)
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