„Unsichtbarer Killer“ Rotes Kreuz warnt vor Auswirkungen extremer Hitze

Washington · Hitzewellen sind bereits heute in vielen Ländern tödlicher als andere Naturkatastrophen. Deshalb rufen Gesundheitsorganisationen zu Vorkehrungen auf. Am schnellsten schreitet die Erwärmung in Europa voran.

 Hitzewellen sind für Menschen lebensgefährlich (Symbolbild).

Hitzewellen sind für Menschen lebensgefährlich (Symbolbild).

Foto: dpa-tmn/Wolfgang Kumm

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) haben vor extremer Hitze als „unsichtbaren Killer“ gewarnt. „Wir rufen Regierungen, Zivilgesellschaften, junge Menschen und alle Beteiligten auf, weltweit konkrete Schritte zu unternehmen, um Länder und Gemeinden auf extreme Hitze vorzubereiten“, sagte IFRC-Generalsekretär Jagan Chapagain bei einem virtuellen Gipfeltreffen am Donnerstag. USAID-Chefin Samantha Power warnte, dass Hitze in den USA „bereits tödlicher ist als Hurrikans, Überschwemmungen und Tornados zusammen“.

Das Jahr 2023 war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die steigenden Temperaturen betreffen insbesondere die besonders gefährdeten Gruppen, wie alte Menschen, draußen arbeitende Menschen und Menschen ohne Zugang zu Kühlsystemen wie Klimaanlagen.

Powers rief Entwicklungsbehörden und Spender auf, die Bedrohung, die von extremer Hitze für die Menschheit ausgeht, zu erkennen und entsprechende Ressourcen für die Hilfe gegen diese Bedrohung zur Verfügung zu stellen. USAID arbeite bereits an einem Programm für „hitzebeständige Schulen“ in Jordanien.

In Europa wird es am schnellsten heißer

Der US-Klimagesandte John Podesta erläuterte, dass die Erwärmung in Europa am schnellsten voranschreite. Demnach kamen dort mehr als 60.000 Menschen bei Hitzewellen im Jahr 2022 ums Leben.

Als Hitzewelle gilt eine Periode mit Temperaturen über 37 Grad Celsius. In brasilianischen Städten wurden zuletzt mehr als 60 Grad Celsius gemessen. Ein wichtiger Faktor ist zudem die Luftfeuchtigkeit: Ist sie hoch, kann dies die Fähigkeit zum Schwitzen beeinträchtigen. Besonders gefährlich sind Hitzewellen für viele Bevölkerungsgruppen: Kinder, alte Menschen und Schwangere, Übergewichtige, Diabetiker, Menschen mit Asthma oder Kreislauferkrankungen - und Menschen, die während der heißesten Zeit des Tages draußen sind, etwa Landwirte, Bauarbeiter und Obdachlose.

Durch den Klimawandel werden Hitzewellen heißer und häufiger. Um den dafür verantwortlichen Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu verringern, sind Klimaschutzmaßnahmen nötig, allem voran ein Ausbau von Wind- und Sonnenenergie und ein zügiger Ausstieg aus den fossilen Energiequellen Gas, Öl und Kohle. Zum Gegensteuern tragen auch Müllvermeidung und ein höherer Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in der Ernährung bei.

(peng/AFP)
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