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Prognosen zum Klimawandel: Feiern wir Karneval bald nur noch im Schnee?

Prognosen zum Klimawandel : Feiern wir Karneval bald nur noch im Schnee?

Der Sommer wird wie der Frühling und der Winter verschiebt sich ins Frühjahr - der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran. Erste Auswirkungen bekommen wir bereits zu spüren. Die Prognosen deuten auf gravierende Veränderungen hin.

Wie ernst die Lage ist, verdeutlicht eine Studie der kanadischen Universität Waterloo: Experten zufolge werden bekannte Olympiastädte wie etwa Squaw Valley (USA), Garmisch-Partenkirchen, Vancouver (Kanada) und Sotschi (Russland) bis Mitte des 21. Jahrhunderts nicht mehr über die erforderlichen Klimabedingungen verfügen, um die Wettkämpfe verlässlich austragen zu können.

Der Grund: Die Temperaturen auf dem Globus steigen, weil der Mensch immer mehr Treibhausgase produziert. Wie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig errechnet hat, werden in Deutschland die Durchschnittstemperaturen bis zum Jahr 2100 "regional und jahreszeitlich unterschiedlich zwischen 2,1 und 5,5 Grad steigen". Im Zeitraum von 1906 bis 1990 waren es nur 0,7 Grad.

Gravierende Veränderungen

Das UFZ zeichnet gravierende Veränderungen. So kann es zukünftig in Deutschland durch den Klimawandel "zum Auftreten von bisher in diesen Breiten unbekannten Krankheiten kommen. Die klimatisch bedingte Verschiebung der Vegetationszonen in Europa wird auch zu einen Wechsel im Anbau der Nutzpflanzen führen"

Ebenfalls betroffen sein wird der Tourismus. "Als ein Beispiel sei hier der Wintersport in deutschen Mittelgebirgen genannt. Die Prognosen für diese Region zeigen an, dass in den kommenden Jahrzehnten im Winter immer seltener mit ausreichenden Schneehöhen für Wintersport gerechnet werden kann."

In 15 Jahren Karneval im Schnee

Klimaexperten gehen davon aus, dass sich die Jahreszeiten verschieben werden. So ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Karneval in den rheinischen Hochburgen Düsseldorf, Köln und Bonn in 15 Jahren im Skianzug gefeiert wird. Die Klima- und Wettermodelle deuteten jedenfalls darauf hin.

Wie das UFZ auf seiner Internetseite erläutert, würden sich die derzeitigen, sehr hohen Treibhausgasemissionen erst in den kommenden Jahrzehnten bemerkbar machen. "Daher muss davon ausgegangen werden, dass sich das Erdklima für einen langen Zeitraum weiter erwärmen wird, selbst wenn es in naher Zukunft gelingen sollte, eine drastische Reduktion im Ausstoß von Klimagasen zu erzielen."

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EU nimmt Kampf gegen Klimawandel auf

Im Kampf gegen den Klimawandel hatte die Europäische Kommission kürzlich angekündigt, den Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent senken zu wollen. Nach Vorstellungen der EU-Kommission sollen künftig europaweit 27 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen, diese Pflichtvorgabe soll aber nur für die EU als Ganzes gelten.

Außerdem macht sich die Behörde für eine Reform des schwächelnden CO2-Handels nach 2020 stark. Viele Unternehmen in Europa müssen Rechte für den Ausstoß von Kohlendioxid vorlegen und können auch damit handeln. Doch der Preis ist im Keller, damit fehlen Anreize zum klimafreundlicheren Wirtschaften.

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(nbe)