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Klimaschutz: Dramatisches Gletscherschmelzen im Himalaja

Klimaschutz : Dramatisches Gletscherschmelzen im Himalaja

Dresden (RPO). In dramatischer Geschwindigkeit schmilzt der Khumbu-Gletscher im Himalaja ab. Das Eisfeld in Nepal hat zwischen 1962 bis 2002 rund 18 Meter an Dicke verloren. Dies entspricht etwa einer Wassermenge von 68 Millionen Kubikmetern.

Um das Abschmelzen des Gletschers zu erforschen, hat ein deutscher Wissenschaftler nun alte Fotos eines amerikanischen Spionagesatelliten ausgewertet. Damit hat Tino Pieczonka von der TU Dresden einen Beitrag zur Klärung eines unter Experten heiß diskutierten Aspekts der globalen Klimaerwärmung geleistet. Denn bisher ist kaum bekannt, wie viel Volumen die Gletscher des asiatischen Gebirges in den vergangenen Jahren tatsächlich verloren haben.

Auch in den Alpen ist das Verschwinden der großen Eisfelder immer offensichtlicher. Hier wirken dieselben Mechanismen wie auf dem Dach der Welt. Eine wichtige Rolle bei dem Rückgang von Gletschern spielt die Temperaturerhöhung. Durch die Veränderung des Klimas kommt es zu einer Verschiebung des Gleichgewichts des Gletschers: Normalerweise stehen Eisgewinn und Eisverlust in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Bei zu hohen Temperaturen wird weniger Gletschereis neu gebildet als durch das Abtauen verloren geht - der Gletscher schrumpft.

Während im Alpenraum vor allem den stetig kleiner werdenden Skigebieten nachgetrauert wird, geht von der Gletscherschmelze in anderen Teilen der Welt eine massive Bedrohung für die Menschen aus. Durch das verstärkte Abschmelzen steigen die Pegelstände der Gletscherseen im Himalaja. Dammbrüche könnten die Folge sein. Je nachdem, wohin sich die Wassermassen ergießen, sind nicht nur Menschenleben bedroht, sondern auch die Landwirtschaft und die Infrastruktur. Deshalb arbeiten Forscher daran, diese Risiken besser zu kalkulieren, um die lokale Bevölkerung rechtzeitig vor Fluten warnen zu können. en-wid/sm

(sid)