Bis zu 50 Grad im Süden und Osten: Deutschland droht die Dürre

Bis zu 50 Grad im Süden und Osten : Deutschland droht die Dürre

Berlin (RPO). Das Leibniz Institut der Universität Kiel warnt vor extremer Dürre und großer Hitze in Deutschland. Bei einer in einem aktuellen UN-Bericht als möglich vorhergesagten Erwärmung um vier bis fünf Grad bis zum Jahr 2100 seien im Süden und Osten Deutschlands Tagestemperaturen von fast 50 Grad möglich, sagte der am Institut beschäftigte Klimaforscher Mojib Latif am Montag im Deutschlandradio Kultur.

Der "Sonderbericht Extremwetter" soll am 18. November vorgestellt werden. Latif zufolge, dem die Zusammenfassung des Berichts bereits vorliegt, sagt er auch eine deutliche Zunahme extremer Wetterlagen wie Starkregen und heftige Stürme voraus.

Ban fordert 100 Milliarden Dollar für Klima-Fonds

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Mächtigen der Welt zur Schaffung eines Klima-Fonds aufgerufen. "Die Regierungen müssen jetzt Wege finden, jene bis zu 100 Milliarden Dollar (72,7 Milliarden Euro) aufzutreiben, die pro Jahr gebraucht werden", sagte Ban am Montag in Dhaka. "Eine leere Dose reicht nicht", fügte er hinzu.

Ban sprach in der bangladeschischen Hauptstadt auf einem zweitägigen UN-Forum, an dem 30 Länder teilnehmen, die für den Klimawandel anfällig sind. Sie wollen eine gemeinsame Haltung zur Finanzierung von Maßnahmen gegen die daraus folgenden Schäden formulieren. Die Delegierten aus Afrika, Amerika, Asien und der Pazifikregion suchen auch nach Möglichkeiten, den Kohlenstoffausstoß der industrialisierten Länder zu verringern und technische und finanzielle Hilfe dafür bereit zu stellen. Das Forum war auf Initiative des Präsidenten der Malediven, Mohamed Nasheed, im November 2009 zu ersten Mal zusammengetreten.

Vorbereitung der Welt-Klimakonferenz in Durban

Von den Delegierten der UN-Klimakonferenz am 28. November im südafrikanischen Durban wird erwartet, dass sie die 100 Milliarden Dollar pro Jahr für einen Grünen Klimafonds zusammenbringen, der die weltweite Klimaerwärmung bekämpft. Ban sagte in Dhaka: "Ich zähle auf die Mitglieder dieses Forums, mit einer starken und einheitlichen Stimme (nach Durban) zu kommen".

"Lassen Sie ihre Zustimmung zu grünem Wachstum in dieser Zeit weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheit eine Inspiration für die weiter entwickelten Länder sein, die Hauptverursacher (des Klimawandels)", sagte Ban. "Auch in diesen unsicheren Zeiten können wir uns keine Verzögerung leisten."

Auf der Konferenz in Durban wird es auch um ein neues Klimaabkommen gehen, da das Kyoto-Protokoll von 1997 im kommenden Jahr ausläuft. Dieses Protokoll legte eine relativ moderate Verringerung der Treibhausgase durch die industrialisierten Länder fest. Die USA hatten die Vereinbarung abgelehnt, da sie die US-Wirtschaft schädige. Washington hatte Verminderungen durch die ärmeren, aber schnell wachsenden Länder wie China und Indien vorgeschlagen.

Verhandlungen über eine Nachfolgeregelung für Kyoto stecken wegen des Widerstands der USA und der Entwicklungsländer seit Jahren fest. Die Begründung lautete, dass feste Emissionsgrenzen die Bekämpfung der Armut behindern würden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: USA starten Klima-Überwachungs-Satelliten

(apd/felt)
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