Studie: Arten fliehen schneller vor Klimawandel

Studie : Arten fliehen schneller vor Klimawandel

Washington (RPO). Viele Tiere und Pflanzen fliehen sehr viel schneller als gedacht vor dem Klimawandel: Durchschnittlich wanderten die untersuchten Arten in den vergangenen Jahrzehnten jährlich knapp 18 Kilometer weit in kühlere Gegenden ab, wie Wissenschaftler aus Großbritannien in der US-Fachzeitschrift "Science" vom Freitag erläuterten.

Dies entspreche einer Bewegung "von rund 20 Zentimetern pro Stunde" vom Äquator weg, "jede Stunde des Tages, jeden Tag des Jahres", erklärte der Biologe Chris Thomas, der die Untersuchung an der Universität York in England leitete.

Die Forscher werteten frühere Studien zur Wanderbewegung von Vögeln, Reptilien, Insekten, Spinnen, Säugetieren und Pflanzen in Europa, Nordamerika, Chile und Malaysia sowie auf der südafrikanischen Insel Marion aus. Dabei habe sich gezeigt, dass die Arten "zwei- bis dreimal schneller" auf die Erwärmung der Erde reagierten als der Wissenschaft bislang klar gewesen sei, erklärte Ko-Autorin Jane Hill. Den Angaben zufolge ist es das erste Mal, dass Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der geographischen Verteilung der Arten und dem Ausmaß des Klimawandels in der Region herstellten.

In Großbritannien etwa sei der gemeine Schmetterling in den vergangenen Jahrzehnten vom Landesinneren 220 Kilometer weiter in den Norden gewandert, nach Schottland, erklärte der britische Forscher David Roy. Der Klimawandel werde "einige Gewinner und viele Verlierer" hervorbringen, meint Studienleiter Thomas - vielen Arten drohe der baldige Tod, weil die klimatischen Bedingungen schlechter würden und sie nicht in günstigere Gefilde abwanderten.

(AFP/felt)
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