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Charisma statt hübscher Nase: Kleopatra war doch nicht schön

Charisma statt hübscher Nase : Kleopatra war doch nicht schön

London (RPO). Die Pharaonin Kleopatra war scheinbar überhaupt nicht schön. Britische Archäologen haben ein Abbild der Herrscherin auf einer Münze untersucht und festgestellt: Kleopatra hatte eine fliehende Stirn, ein spitzes Kinn, eine kantige Nase und schmale Lippen - aber vermutlich sehr viel Charisma.

Von William Shakespeare bis zu Asterix wurde ihr gutes Aussehen gepriesen - doch in Wirklichkeit war Kleopatra keine Schönheitskönigin. Die von den Wissenschaftlern untersuchte Münze stammt aus dem Jahr 32 vor Christus. Das Untersuchen von Münzen gilt als eine der besten Methoden zur Bestimmung der Gesichtszüge von Herrschern.

Nicht viel hübscher als Kleopatra: Marcus Antonius. Foto: NEWCASTLE UNIVERSITY, AP

Die Erkenntnis der Archäologen deckt sich mit Hinweisen in antiken Texten. "Die römischen Schriftsteller erzählen von einer intelligenten und charismatischen Kleopatra, sie sagen, dass sie eine verführerische Stimme hatte", sagt Lindsay Allason-Jones, Direktorin des Archäologischen Museums der Universität Newcastle. Aber: "Sie erwähnen nie ihre Schönheit."

Das Bild von Kleopatra als schöne Verführerin sei deutlich jünger, es gehe auf den mittelalterlichen englischen Dichter Geoffry Chaucer und auf Shakespeare zurück. "Das ist eine dieser ewigwährenden Mythen, die verewigt wurden, weil Menschen wie Elizabeth Taylor Kleopatra spielten. Das ist sehr schwer aus der Vorstellung der Menschen zu bekommen."

Die britischen Wissenschaftler fanden auf der alten Münze nicht nur das Abbild von Kleopatra, sondern auch das ihres langjährigen Liebhabers Marcus Antonius. Und auch dieser kommt in Sachen Attraktivität bei den Forschern nicht gut weg. Er habe hervortretende Augen, einen langen Hals und eine Hakennase gehabt, berichten sie.

(afp2)