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Studie: Heißblütige Dinos erforscht

Studie : Heißblütige Dinos erforscht

Paris/Lyon (rpo). Immer wieder werden die Dinosaurier einfach für große Reptilien gehalten. Tatsächlich waren sie aber möglicherweise Warmblüter. Das würde die weit verbreitete Theorie von ihrem Aussterben durch einen Meteoriteneinschlag etwas unwahrscheinlicher machen.

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme waren die Dinosaurier möglicherweise keine Kaltblüter wie ihre entfernten Vettern, die Reptilien, sondern Warmblüter wie die Säugetiere. Zu diesem Schluss kommen zumindest französische Wissenschaftler aus Paris und Lyon in einer Studie, die in der jünsten Ausgabe des Magazins "Earth and Planetary Science Letter" veröffentlicht wurde. Die Forscher unterzogen Dinosaurier-Fossilien aus einem Zeitraum von rund 80 Millionen Jahren einer thermischen Analyse. Sie untersuchten den Zerfall des Sauerstoffs, den die Tiere beim Atmen oder Trinken aufgenommen hatten. Dabei interessierte sie vor allem das Verhältnis von zwei Isotopen, deren Atomkerne zwar die gleichen chemischen Eigenschaften haben, aber eine unterschiedliche Anzahl von Neutronen.

Das Verhältnis zwischen diesen Isotopen hänge von der Temperatur während des Entstehens des Körpergewebes ab, erläuterte Christophe Lécuyer, einer der Autoren der Studie. Bei einem Warmblüter mit gleichbleibender Körpertemperatur sei dieses Verhältnis anders als bei einem Kaltblüter - selbst wenn beide Tiere am gleichen Ort gelebt hätten. Um ihre These zu untermauern, untersuchten die Forscher auch Fossilien von Kaltblütern wie Schildkröten oder Krokodilen, die an der gleichen Ausgrabungsstelle gefunden wurden.

Die dabei entdeckten Unterschiede in der Zusammensetzung der Sauerstoff-Isotope entsprächen denen, die es auch zwischen Säugetieren sowie Schildkröten und Krokodilen gebe, berichtete Lécuyer. Bereits vor einigen Jahren hatten US-Forscher die Vermutung geäußert, fleischfressende Dinosaurier seien Warmblüter gesesen. Der französischen Studie zufolge gilt dies auch für pfanzenfressende Saurier.

Das Ergebnis ist den Forschern zufolge umso bedeutender, als dabei Überreste der vier großen Dinosaurier-Gruppen untersucht wurden, die im fraglichen Zeitraum von 145 bis 65 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung in Europa lebten. Dadurch wird zudem die Hypothese in Frage gestellt, wonach das Aussterben der Saurier durch einen Meteoriten-Aufprall und die dadurch verursachte plötzliche Abkühlung des Klimas verursacht wurde: Warmblüter passen sich Klimaschwankungen nämlich viel besser an als Kaltblüter.

(afp)