1. Panorama
  2. Wissen

Bremen: Handy-Technik LTE nicht schädlich

Bremen : Handy-Technik LTE nicht schädlich

Der neue Mobilfunkstandard erhöht Strahlungsimmission nur geringfügig.

Die Mobilfunkanlagen für den neuen Mobilfunkstandard LTE belasten nach einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht die Gesundheit. Ihre elektromagnetischen Felder wiesen ähnliche Größenordnungen auf wie GSM- und UMTS-Felder, heißt es in einer gestern vorgelegten Studie. Mit dem Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) lassen sich Daten besonders schnell übertragen, was unter anderem auch ländlichen Gebieten ein schnelles Breitband-Internet ermöglichen soll.

Es sei verständlich, dass die Technik, die dem Mobilfunk zugrunde liege, Befürchtungen über mögliche gesundheitliche Folgen auslöse, sagte der Strahlenexperte Matthias Otto von der Kommission "Umweltmedizin" beim Robert Koch-Institut. "Ich sehe keinen kritischen Punkt für die Gesundheit. LTE-Basisstationen sind auch für Kinder keine Belastung."

Eine deutlich höhere elektromagnetische Strahlung als von den LTE-Masten gehe von Smartphones, Tablets und PCs aus, sagte Matthias Ross vom Bremer Gesundheitsamt. Alle Untersuchungen zeigten, dass die körpernah getragenen Mobilgeräte höhere Werte hätten. "Keiner will auf sein Handy verzichten." Aber zugleich wolle keiner in der Nähe eines Funkmastes leben. Es gebe Mobiltelefone, die den Grenzwert zu 90 Prozent ausschöpften.

Die LTE-Strahlungsmessungen an jeweils einem Standort je Bundesland mit insgesamt 91 Messpunkten zeigten, dass die Immissionen überall weit unter den gültigen Grenzwerten lägen, sagte Christian Bornkessel vom Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik, zugleich Mitglied der Strahlenschutzkommission. Das Institut hat die erste bundesweite Messreihe im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk mit Unterstützung der Umweltministerien des Bundes und aller Länder erstellt.

Für Sendeanlagen sind im Bundesimmissionsschutzgesetz Grenzwerte festgelegt, die auf Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission für nicht ionisierende Strahlung beruhen. Je nach dem, auf welcher Frequenz das Mobilnetz betrieben wird, variiert der Grenzwert.

(dpa)