Stärkster Solarsturm seit 14 Jahren: Gigantische Sonneneruption stört Erdkommunikation

Stärkster Solarsturm seit 14 Jahren: Gigantische Sonneneruption stört Erdkommunikation

Langen (rpo). Auf der Sonne tobt derzeit der gewaltigste Sturm seit 14 Jahren. Davon werden auf der Erde Kommunikation und sogar der Flugverkehr in Europa beeinträchtigt. In den nächsten Tagen ist deswegen mit Verspätungen zu rechnen.

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p class="text"><P>Langen (rpo). Auf der Sonne tobt derzeit der gewaltigste Sturm seit 14 Jahren. Davon werden auf der Erde Kommunikation und sogar der Flugverkehr in Europa beeinträchtigt. In den nächsten Tagen ist deswegen mit Verspätungen zu rechnen.

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p class="text">Der Partikelsturm traf am Mittwoch auf die Erdatmosphäre und führte zu heftigen Schwankungen des Erdmagnetfeldes, wie Franz Ossing vom Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam sagte. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) meldete Störungen im Luftverkehr.

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p class="text">Erste Auswirkungen waren bereits am Dienstag registriert worden: Ein japanischer Fernmeldesatellit wurde von dem nach GFZ-Angaben stärksten Sonnensturm seit 14 Jahren getroffen und zeitweise abgeschaltet. Der amerikanische Astrophysiker John Kohl sprach von einer konkreten Bedrohung, die wegen der Störung von Funkverbindungen sogar die Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in Kalifornien beeinträchtigen könne.

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p class="text">Die Explosion von Gas und der Ausstoß von Partikeln aus der Korona, der äußersten Schicht der Sonnenatmosphäre, ist für Menschen nicht gefährlich. Doch die Partikelwolke, die nach japanischen Angaben 13 mal so groß wie die Erde ist, kann die Satellitenkommunikation, Fernsehübertragungen, GPS-Navigation und auch den Stromfluss beeinträchtigen.

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p class="text">Laut GFZ handelte es sich um den drittstärksten bisher festgestellten Sonnensturm, der fast so stark wie der bislang heftigste gemessene Ausbruch auf dem zentralen Himmelskörper unseres Sonnensystems im September 1859 ist. Der damals auf der Erde ausgelöste geomagnetische Sturm hatte Kurzschlüsse im gerade eingeführten weltweiten Telegrafennetz erzeugt und dieses lahm gelegt.

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p class="text">Dem GFZ zufolge waren damals wie auch diesmal Nordlichter bis in tropische Regionen zu sehen. Wegen des bedeckten Himmels werde dieses Phänomen allerdings in der Nacht über Deutschland nicht zu erkennen sein, sagte Ossing.

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p class="text">Eine erste Eruption war nach Kohls Angaben in der vergangenen Woche registriert worden. Die Partikelwolke daraus habe die Erde "mit nur einem einzigen Schlag" getroffen, sagte der Experte des Harvard-Smithsonian-Zentrums für Astrophysik. Am Dienstag wurde gegen 12.00 Uhr MEZ dann die größte Eruption seit 14 Jahren beobachtet.

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p class="text">Die riesige Partikelwolke bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 1,6 Millionen Kilometern in der Stunde und war damit die zweitschnellste je gemessene. Sie traf dem GFZ zufolge am Mittwochmorgen um 06.11 Uhr MEZ auf die Erde. Hier entfachte sie einen der schwersten geomagnetischen Stürme, der noch länger andauern kann.

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p class="text">Die Deutsche Flugsicherung teilte mit, seit Sonntag sei ein sehr starkes Solarrauschen zu beobachten, das auch ihre Radar- und Sprechfunkanlagen beeinträchtige. Obwohl die Sicherheit bislang nicht eingeschränkt sei, werde die Anzahl der Flüge begrenzt. Aus diesem Grund warnte die Behörde vorsorglich vor Verspätungen im Luftverkehr in den nächsten Tagen.

Außerdem beobachteten die Wissenschaftler einen Sonnenfleck ungewöhnlich großen Ausmaßes, der das Zehnfache des Erddurchmessers von 12\.756 Kilometer umfasst. Damit hätten die Experten nicht gerechnet, weil der vergangene Höhepunkt dieser im Rhythmus von elf Jahren ab- und anschwellenden Solaraktivität erst vor drei Jahren registriert worden war, hieß es beim GFZ.

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