Düsseldorf: Geringe Belastung durch Gasleck in der Nordsee

Düsseldorf : Geringe Belastung durch Gasleck in der Nordsee

Düsseldorfer Wissenschaftler geben Entwarnung bei der havarierten Gasbohrinsel Elgin vor der schottischen Küste. "Nach unseren Ergebnissen kann von einer Umweltkatastrophe keine Rede sein", sagte Konradin Weber, Leiter des Labors für Umweltmesstechnik an der Fachhochschule, nach einem Forschungsflug zur Plattform.

Weber flog von der Nordseeinsel Sylt die rund 500 Kilometer zur Bohrinsel. An Bord hatten die Düsseldorfer hochempfindliche Sensoren und zwei leistungsstarke Infrarot-Spektrometer. Die Messgeräte wurden alle sechs Sekunden mit eingesaugter Luft aus der Umgebung versorgt. Die Messungen begannen in einer Höhe von 75 Metern, das Flugzeug stieg dann in Spiralflügen bis auf 1000 Meter auf. "Wir wollten die Methankonzentration messen, bevor das Leck an der Bohrinsel mit Schlamm geschlossen wurde", erklärt Weber. Zudem wollten Wissenschaftler herausfinden, ob hochgiftiger Schwefelwasserstoff austritt, wie von Umweltverbänden befürchtet worden war.

Das Ergebnis beruhigt: "Die Emissionen haben stark abgenommen, wir haben nur kleine Mengen an Methan gemessen", sagt Weber. Auch Schwefelwasserstoff konnte selbst in geringen Konzentrationen nicht mehr gemessen werden. Allerdings stellten die Wissenschaftler vom Forschungsflugzeug aus fest, dass von der Bohrinsel eine gelblich-braune Flüssigkeit abgegeben wurde – deutlich sichtbar auf der Wasseroberfläche.

Am 25. März hatte die Betreibergesellschaft Total 238 Arbeiter von der Plattform evakuiert. Zunächst strömten nach Angaben des Energiekonzerns täglich 200 000 Kubikmeter Gas aus dem Leck, später habe sich die Menge verringert.

Konradin Weber plant derweil den nächsten Einsatz: Er wird in den kommenden Wochen den Schadstoffausstoß von Kraftwerken und Industrieanlagen in den ostdeutschen Ländern messen. Außerdem wird er sich wieder auf das Hauptgebiet konzentrieren: Die Umweltmesstechniker sind eigentlich dort auf der Welt unterwegs, wo Vulkane aktiv sind – von Sizilien bis Island. Dort messen sie mit ihren Spezialtechniken den Gasausstoß.

(RP)