Giftige Exoten: Gefährliche Spinnen in Deutschland

Giftige Exoten : Gefährliche Spinnen in Deutschland

Eigentlich gibt es in Deutschland keine gefährlichen Spinnenarten – zumindest keine heimischen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass hochgiftige Arten unwissentlich importiert werden. Die am Freitag in einem Supermarkt entdeckte Bananenspinne gehört beispielsweise zu den drei giftigsten Arten der Welt.

Eigentlich gibt es in Deutschland keine gefährlichen Spinnenarten — zumindest keine heimischen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass hochgiftige Arten unwissentlich importiert werden. Die am Freitag in einem Supermarkt entdeckte Bananenspinne gehört beispielsweise zu den drei giftigsten Arten der Welt.

Der Fund einer hochgiftigen Bananenspinne legte am Freitag einen ganzen Supermarkt im Saarland lahm. Drei Tage lang suchten Experten nach dem gefährlichen Tier, das beim Auspacken der Ware aus einer Bananenkiste geflüchtet war. Am Ende der erfolglosen Suche wurde in einer sogenannten Vernebelungsaktion Gift eingesetzt. Obwohl die Spinne bisher nicht gefunden wurde, gehen Experten von ihrem Tod aus, teilte die Polizei mit.

Die etwa handtellergroße Spinne verliert durch den Einsatz von Gift mehr als fünfzig Prozent ihrer Körpergröße. Daher ging die Polizei bislang davon aus, dass sie die Spinne wahrscheinlich nicht mehr finden würde. Die Möglichkeit, dass sie ins Freie gelangen konnte, schließt die Polizei aber ebenfalls nicht aus. Experten sehen in einer Flucht keine weitere Gefahr: Die Spinnenart könne bei deutschen Temperaturen nicht.

Eine der giftigsten Spinnen der Welt

Die Bananenspinne zählt neben der Echten Witwe und der Sydney-Trichternetzspinne zu den gefährlichsten Spinnen der Welt. Ihr Gift kann selbst bei einem gesunden, erwachsenen Menschen tödlich wirken. Zudem gilt die Spinne, deren griechischer Namen Phoneutria auf deutsch 'Mörderin' bedeutet, als sehr aggressiv. Die Exotin legt sich nicht auf die Lauer, sondern geht bei Nacht gezielt auf Jagd. Manche Arten sollen sogar im Sprung angreifen.

Wenn auch nicht häufig, kommt es doch immer mal wieder vor, dass die gefährlichen Spinnentiere unwissentlich importiert werden. Erst im vergangenen Jahr wurde ein Supermarkt in Dortmund geräumt, weil zwei Verkäuferinnen eine Spinne in einer Bananenkiste entdeckt hatten. Die Feuerwehr stellte fest: Es handelte sich um eine ganz gewöhnliche Hausspinne.

Haustierhaltung bei Giftspinnen

Trotz der Gefahr gibt es genügend Liebhaber, die gefährlichen Spinnen als Haustiere halten wollen. Die gesetzlichen Bestimmungen dazu sind in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Während etwa in Bayern, Berlin und Bremen die Haltung der giftigen Exoten verboten ist, gibt es in NRW keine klare Verordnung. Laut Tierschutzorganisationen werden die Spinnen später häufig wieder in Zoohandlungen abgegeben, weil die Halter überfordert sind.

Giftige Spinnen in Deutschland

Die giftigste, in Deutschland heimische Spinne, ist die Dornfinger. Die Art, die ursprünglich vor allem im südlichen Mitteleuropa beheimatet war, ist durch den Klimawandel nun auch in Brandenburg auf dem Vormarsch. Ihr Biss soll ähnlich schmerzhaft wie Wespen- oder Bienenstiche sein und in der Folge zu brennendem Schmerz in dem gebissenen Bereich, so wie zu Schüttelfrost, Erbrechen und Fieber führen. Die Symptome gingen, laut Fachliteratur, aber wieder vorbei und würden keine dauerhaften Schäden hinterlassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die häufigsten Spinnen in Deutschland

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