Männer profitieren mehr von der Ehe Frauen beenden unbefriedigende Beziehungen eher als Männer

Bielefeld (rpo). Obwohl Frauen wirtschaftlich stärker als Männer unter einer Trennung leiden, beenden sie unbefriedigende Partnerschaften dennoch mutiger. Das wollen Soziologen heraus gefunden haben.

<P>Bielefeld (rpo). Obwohl Frauen wirtschaftlich stärker als Männer unter einer Trennung leiden, beenden sie unbefriedigende Partnerschaften dennoch mutiger. Das wollen Soziologen heraus gefunden haben.

"Die Initiative zur Trennung geht hauptsächlich von den Frauen aus", sagte der Bielefelder Soziologe Hans-Jürgen Andreß der dpa. "Männer profitieren ganz allgemein eher von der Ehe als Frauen." Ein Bielefelder Forscher-Team untersuchte in einer Studie für das Bundesfamilienministerium die wirtschaftlichen Folgen von Trennung und Scheidung. Die Wissenschaftler ließen Ende 2000 bundesweit 1500 Geschiedene befragen.

Eine Scheidung verdoppele das Armutsrisiko von Frauen - im Zeitraum von zwei Jahren vor der Trennung bis zu einem Jahr danach steige die Armutsquote unter ihnen von 20 Prozent auf 34 Prozent an. Dennoch seien Frauen ein Jahr nach der Trennung mit ihrem Leben zufriedener als Männer, betonte Andreß. "Das Leben besteht nicht nur aus Einkommen", sagte er.

Die Studie habe auch gezeigt, dass die Situation von Hausmännern nach einer Scheidung ebenso schlecht ist wie die von Hausfrauen: "Allein erziehende Männer haben ebenso Einkommensverluste wie allein erziehende Mütter." Mangelnde Berufserfahrung sei ein Hauptgrund für scheidungsbedingte Armut. Bei Berufstätigkeit beider Partner gebe es die geringsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach einer Trennung, sagte Andreß. Er kritisierte in der Untersuchung das geltende Steuerrecht, weil es die traditionelle Rollenverteilung in der Ehe mit einem männlichen Hauptverdiener und einer weiblichen Nicht- oder Zuverdienerin fördere.

Die Studie wird Ende des Jahres unter dem Titel "Wenn aus Liebe rote Zahlen werden - über die wirtschaftlichen Folgen von Trennung und Scheidung" im Buchhandel erscheinen.