Sechs Minuten freier Fall: Franzose plant Sprung aus 40 Kilometer Höhe

Sechs Minuten freier Fall : Franzose plant Sprung aus 40 Kilometer Höhe

Paris (RP). Sich aus 40 Kilometer Höhe mit dem Kopf voran in die Tiefe zu stürzen und die Schallmauer zu durchbrechen, ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Genau dies aber hat jetzt der 62-jährige Franzose Michel Fournier vor.

Er will sich in den nächsten Tagen von einem russischen Stratosphären-Ballon in Kanada auf die Rekordhöhe von 40 Kilometer tragen lassen und sich dann, durch einen Weltraum-Anzug geschützt, aus der Spezialgondel des Ballons kopfüber in die Tiefe stürzen. Sechs Minuten freier Fall

Sollte er den Sprung überstehen, würde er gleich vier Weltrekorde aufstellen. Zum einen ist noch nie ein Mensch von einem Ballon in diese Höhe getragen worden. Zum anderen würde er mehr als sechs Minuten frei fallen, bevor sein Fallschirm-System ausgelöst würde - ebenfalls ein Rekord.

Auch die Länge der im freien Fall absolvierten Strecke müsste ihm eine Rekordmarke einbringen. Sein Höllentempo wäre ebenfalls gut für das Guinness-Buch. Fournier rechnet damit, im freien Fall etwa die eineinhalbfache Schallgeschwindigkeit zu erreichen - mehr als 1000 Kilometer pro Stunde.

Ob dem Franzosen jetzt "le grand saut", der "große Sprung", über Kanada gelingt, bleibt abzuwarten. Seiner Heimat war schon die geplante Landung zu riskant.

Ursprünglich wollte Fournier sich in Frankreich, 40 Kilometer über der Ebene von Crau, in die Tiefe stürzen. Doch die Behörden untersagten dies, weil die Gegend dicht bevölkert ist. Doch auch über der etwas menschenleereren kanadischen Region Saskatchewan bleibt der geplante Rekordsprung gefährlich. In der Absprunghöhe herrscht eine Temperatur von etwa minus 100 Grad Celsius.

So wird Fournier einen etwa 40 Kilo schweren Spezialanzug tragen, der ihm Atemluft liefert und laufend den optimalen Luftdruck reguliert und auch die Temperatur in erträglichen Grenzen hält. Kommt Fournier wieder in die tieferen, dichten Atmosphäre-Schichten, die seine Fallgeschwindigkeit von Mach 1,5 auf Unterschallgeschwindigkeit reduzieren, so wird bei diesem Vorgang erhebliche Reibungswärme produziert, vor der Fournier ebenfalls geschützt werden muss.

Erst in knapp 2500 Meter Höhe über dem Erdboden soll sich der Hauptfallschirm öffnen. Fünf Minuten später würde er wieder festen Boden unter den Füßen haben - wenn alles wie vorgesehen klappt.

Das allerdings ist durchaus nicht sicher. Schon zwei Mal scheiterte das seit langen Jahren geplante, riskante Rekord-Unternehmen. Im Jahre 2002 blockierten ungünstige Wetterbedingungen den Start.

Im Jahr darauf verhinderte ein Riss in der Polyäthylen-Hülle den Start von Fourniers Stratosphären-Ballon.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wahnsinnsabsprung mit Fallschirm

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